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Hygienemängel : Burger King kündigt Verträge für 89 Filialen

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Umetikettieren von Salat und altes Fleisch: Burger King setzt den größten deutschen Franchise-Nehmer Yi-Ko Holding auf die Straße.

shz.de von
erstellt am 19.Nov.2014 | 12:56 Uhr

München | Nach dem Wirbel um Hygieneverstöße und schlechte Arbeitsbedingungen greift die Fastfood-Kette Burger King durch: Der größte deutsche Franchise-Nehmer Yi-Ko Holding müsse den Betrieb in allen 89 Burger-King-Restaurants einstellen, die Verträge würden mit sofortiger Wirkung gekündigt, teilte Burger King Europe am Mittwoch in München mit. Die „Bild“-Zeitung hatte zuerst darüber berichtet. „Diese schwierige, jedoch notwendige Entscheidung wurde getroffen, nachdem sich die Yi-Ko wiederholt nicht an die vertraglich vereinbarten Arbeitsbedingungen für ihre 3000 Restaurant-Mitarbeiter gehalten hat“, hieß es in der Mitteilung. Zu Burger King gehören in Deutschland rund 700 Restaurants.

Die rund 3000 betroffenen Beschäftigten stehen vor einer ungewissen Zukunft. „Das ist natürlich jetzt eine sehr schwierige Krise für dieses Unternehmen“, sagte Guido Zeitler, Referatsleiter für das Gastgewerbe bei der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), am Mittwoch. „Wir brauchen ganz schnell Klarheit, wie es mit den einzelnen Restaurants weitergeht, damit die Beschäftigten die Klarheit haben, bei wem sie morgen, übermorgen und überübermorgen noch arbeiten“, forderte Zeitler. Theoretisch sei es zwar denkbar, dass eine neue Burger-Kette gegründet werde - aber das sei nicht von heute auf morgen machbar. Zugleich liefen Kosten wie Pachten und Gehälter weiter.

Die NGG erwarte nun, dass Burger King den Beschäftigten zur Seite stehe. Es gebe seit gut eineinhalb Jahren massive Kritik an dem Franchise-Nehmer, sagte Zeitler. Dieser habe unter anderem versucht, tarifvertragliche Standards zu senken oder zu missachten. Kranke Arbeitnehmer hätten zudem ihr Geld teils gar nicht oder erst verspätet erhalten: „Wir haben sehr viele arbeitsgerichtliche Auseinandersetzungen mit der Yi-Ko Holding geführt.

Die RTL-Sendung „Team Wallraff: Reporter Undercover“ hatte im April 2014 massive Hygienemängel in den Restaurants des Franchisenehmers Ergün Yildiz aufgedeckt: Das Mindesthaltbarkeitsdatum von Salat wurde umettiketiert, Burger-Fleisch länger gelagert als erlaubt. Mitarbeiter putzten in ihrer Arbeitskleidung die Toiletten, um danach in derselben Kleidung wieder in der Küche zu stehen.

Burger King ist die weltweit zweitgrößte Fastfood-Kette hinter McDonald's. Das 60 Jahre alte Unternehmen betreibt nach eigenen Angaben mehr als 14.000 Restaurants und bedient täglich über elf Millionen Gäste in 100 Ländern. Fast alle Burger-King-Filialen werden von unabhängigen Lizenznehmern in einem sogenannten Franchise-System geführt. In Deutschland gehörten bisher rund 700 Restaurants mit insgesamt 25.000 Beschäftigten dazu.

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