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Nachteile für kleine Bahnhöfe? : Bundesgericht entscheidet im Streit um Verspätungsinfos der Bahn

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Muss die Deutsche Bahn auch auf kleineren Bahnhöfen mit Anzeigen oder Lautsprechern über Verspätungen informieren? Die Bahn hofft auf eine Bagatellgrenze.

Das Bundesverwaltungsgericht verhandelt heute darüber, ob die Deutsche Bahn auch auf kleineren Bahnhöfen mit Anzeigen oder Lautsprechern über Zugverspätungen informieren muss. Gegen eine entsprechende Verpflichtung des Eisenbahnbundesamtes hat die Bahnhofsbetreiberin im Bahn-Konzern, die DB Station & Service, geklagt. In den beiden Vorinstanzen war die Bahn unterlegen. Mit einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig wird noch im Laufe des Tages gerechnet.

Streiks, Unwetter oder Schäden an der Oberleitung - es gibt viele Gründe, warum sich Züge der Deutschen Bahn verspäten. 94,5 Prozent aller Personenverkehrszüge kamen im vorigen Jahr nach Bahnangaben dennoch pünktlich an. Ausgewertet wurden rund 20.000 monatliche Fahrten im Fern- und 780.000 Fahrten im Nahverkehr. Ein Blick auf die vergangenen fünf Jahre zeigt, dass das Wetter bei Verspätungen eine immer größere Rolle spielt. Die Bahn verzeichnete bei witterungsbedingten Verspätungen eine Zunahme um fast 50 Prozent. Die Folgen waren vor allem im Fernverkehr zu spüren: Fast jeder vierte Fernzug kam 2014 mit Verspätung ans Ziel.

Die Bahn hoffe auf die Einführung einer Bagatellgrenze für wenig genutzte Bahnhöfe, sagte ein Konzernsprecher. Digitale Anzeigentafeln oder Lautsprecher auf Bahnhöfen mit weniger als 20 Reisenden pro Tag seien schlichtweg zu teuer. Aktuell seien noch rund 300 Stationen ohne aktive Reisendeninformation.

Bis Ende 2015 soll dies nur noch auf rund 100 kleineren Stationen der Fall sein. Bundesweit betreibt DB Station & Service nach Angaben des Bundesgerichts rund 5500 Bahnhöfe und Haltepunkte.

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erstellt am 09.Sep.2015 | 11:34 Uhr

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