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Automobilbranche USA : BMW ruft wegen Takata-Airbags 120.000 Autos zurück

vom

Der Beifahrer-Airbag könnte defekt sein und unvermittelt auslösen. Von dem Defekt sind Modelle fast aller Autobauer betroffen.

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2016 | 15:30 Uhr

München | BMW startet in den USA einen vorsorglichen Rückruf, 120.000 Autos mit Takata-Airbags sollen zurück in die Werkstatt. Es geht um BMW X5 und X6 der Baujahre 2006 bis 2011, sagte ein BMW-Sprecher am Freitag in München.

Bei manchen Airbags der Firma Takata besteht die Gefahr, das sie zu kräftig auslösen und lebensgefährliche Splitter durch den Innenraum des Fahrzeugs geschleudert werden. Das führte zu mindestens 13 Todesfällen und Dutzenden Verletzungen vor allem in den USA. Aus der Produktion der Japaner stammt etwa jeder fünfte Airbag weltweit.

In Autos anderer Hersteller hätten Takata-Airbags falsch ausgelöst, bei BMW sei noch nichts passiert. Die mangelhaften Airbags des japanischen Zulieferers Takata sind seit Jahren schon berüchtigt in der Autobranche. Betroffen sind fast alle großen Autobauer.

So hatte Daimler vor einer Woche mitgeteilt, seine Rückrufe in den USA und Kanada ausweiten zu müssen. Dabei geht es um 200.000 Fahrzeuge, bei denen Beifahrer-Front-Airbags defekt sein könnten. Die US-Verkehrsaufsicht NHTSA hatte zu Monatsbeginn den Rückruf weiterer bis zu 40 Millionen Takata-Airbags angeordnet. Bereits zuvor hatte es sich mit knapp 29 Millionen betroffenen Airbags um die größte Rückrufaktion der US-Geschichte gehandelt.

Das Unternehmen Takata hat währenddessen laut einer Mitteilung von Donnerstag die US-Investmentbank Lazard beauftragt, nach neuen Geldgebern Ausschau zu halten. Der japanischen Zeitung „Nikkei“ zufolge hat sich der Finanzinvestor KKR bereits als Partner angeboten. Die Amerikaner wollten sich mit rund 60 Prozent beteiligen und so die Kontrolle übernehmen, berichtete das Blatt unter Berufung auf informierte Kreise.

Damit würde KKR das Ruder von der Gründerfamilie und damit die Führungsrolle bei der Sanierung des Unternehmens übernehmen. Sprecher von Takata und KKR erklärten auf Nachfrage, es handele sich um „Marktspekulationen“, die man nicht kommentiere. An der Börse kamen die Neuigkeiten dennoch gut an - der Kurs der Takata-Aktie stieg zwischenzeitlich um gut 20 Prozent.

Takata steckt tief in der Krise. In den USA ordnete die Verkehrsaufsicht wegen des Airbag-Debakels die größte Rückrufaktion der Unternehmensgeschichte an - fast 70 Millionen Airbags sollen bis Ende 2019 repariert werden. Betroffen sind diverse Hersteller, darunter auch deutsche Autobauer wie Daimler oder BMW. Takata versicherte am Donnerstag, eng mit den US-Behörden zusammenzuarbeiten. 2015 war dem Unternehmen wegen mangelnder Kooperation eine Strafe von 70 Millionen Dollar aufgebrummt worden.

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