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Marktstart für neues Oberklasse-Smartphone : Blackberry Priv: Der letzte Versuch des Smartphone-Pioniers?

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Es kommt mit Android-Betriebssystem: Das „Priv“ ist Blackberrys nächster Versuch, den Markt neu zu erobern.

shz.de von
erstellt am 06.Nov.2015 | 12:46 Uhr

Düsseldorf | Blackberry stand über Jahre für die Smartphone-Revolution, brachte das Büro in eine handliche Form und wurde aufgrund seiner einfachen Bedienung und hohen Sicherheit zu dem Business-Telefon für Firmen rund um den Globus. Als Samsung und Apple ihrerseits den Markt aufmischten und mit großen Bildschirmen und riesigen Appstores die Herzen der Internetnutzer eroberten, fiel das Ansehen der Marke Blackberry. Für viele avancierte es zu einem langweiligen Business-Phone. Heute liegt der Anteil der Firma am Smartphone-Markt gerade einmal noch bei einem Prozent. Zu wenig. Deshalb versucht es der Smartphone-Pionier erneut und bringt an diesem Freitag das Blackberry „Priv“ auf den Markt.

Wer denkt, es sei der letzte Versuch, einen Fuß auf den Markt zu bekommen, der irrt. Blackberry sitzt laut einem Bericht der britischen BBC auf einem Geldberg von drei Milliarden US-Dollar. Viel Raum zum Ausprobieren also.

Überraschend ist daher nicht, dass sich Blackberry vom eigenen Betriebssystem verabschiedet und im neuen Telefon auf Android OS (5.1.1 Lollipop) setzt. Dabei soll es dennoch so sicher sein, wie es sich Firmen wünschen und gleichzeitig die Massen begeistern. Firmen sollen in der Lage sein, Updates der Telefone der Mitarbeiter zu kontrollieren, sodass keine Sicherheitslücken entstehen. Ein Chip auf der Platine soll es unmöglich machen, das Telefon zu „rooten“, also erweiterten Zugriff über das Gerät zu erhalten. Zusätzliche Sicherheitssoftware mit dem Namen DTEK soll alle anderen Apps und deren Zugriffe überwachen und den Nutzer sofort informieren.

Wie bei Blackberry üblich, wird es auch weiterhin eine physische Tastatur geben, die sich wie bei einem klassischen „Slider“ herausschieben lässt. Natürlich fehlt auch ein großer Touchscreen mit 5,4 Zoll Diagonale nicht sowie eine 18-Megapixel-Kamera. Die Frontkamera hingegen hat nur zwei Megapixel. Angetrieben wird das Highend-Gerät von einem 1,8 GHz-64-Bit-Hexa-Core-Prozessor und kommt mit 32 GB internem Speicher daher. Der Preis wird zwischen 700 und 800 Euro liegen – im Feld mit iPhone und Highend-Android-Telefonen.

Sollte das neue Smartphone floppen, nur zehn Prozent des Wertes der Marke Blackberry wird durch Smartphones generiert. Das Unternehmen punktet in anderen Firmenbereichen mit Sicherheitssoftware. Ein Misserfolg hätte also nur bedingte Auswirkungen. Das Ziel: Fünf Millionen „Privs“ sollen verkauft werden. Im letzten Quartal verkaufte das Unternehmen lediglich 800.000 Geräte. Es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass es das letzte Smartphone aus dem Hause Blackberry wird, sollte der Erfolg ausbleiben.

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