Billiges Öl wirkt in Deutschland wie eine Konjunkturspritze

shz.de von
07. Januar 2015, 12:32 Uhr

Die Ölpreise haben ihre Talfahrt zur Wochenmitte ungebremst fortgesetzt. Gestern fiel der Preis für Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee unter die Marke von 50 US-Dollar und erreichte am Vormittag bei 49,66 Dollar den tiefsten Stand seit Mai 2009. Seit vergangenen Sommer haben sich die Ölpreise wegen des hohen Angebots mehr als halbiert. „Die weiterhin üppige Versorgungslage lastet schwer auf den Ölpreisen“, erklärte Experte Frederik Kunze von der NordLB den Fall des Brent-Preises. Er sieht derzeit kaum Hinweise für eine schnelle Trendwende. Die Talfahrt der Ölpreise hat laut Deutschem Industrie- und Handelskammertag (DIHK) den Effekt eines milliardenschweren Konjunkturpakets. Bleibe der Preis auf dem aktuellen Niveau, würden Unternehmen und Verbraucher in diesem Jahr um 20 Milliarden Euro entlastet, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben (Foto). Die Verbraucher profitierten sowohl bei den Benzin- als auch bei den Heizkosten. „Aber auch die Industrie spart ebenso wie Fluggesellschaften oder Spediteure“, sagte Wansleben. Händler erklärten den Preisrutsch auch mit der Aussicht auf steigende Ölreserven in den USA.

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