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Wirtschaft

26. September 2017 | 14:55 Uhr

Betrug mit Qualitätshühnern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Niedersächsischer Geflügelzüchter verkaufte normales Mastgeflügel als „Neuland“-Tiere

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2014 | 13:33 Uhr

Der wichtigste Geflügellieferant für Neuland-Fleisch hat einen Massenbetrug eingeräumt. Ein Landwirt aus Wietzen in Niedersachsen hat gegenüber der „Zeit“ zugegeben, dass er „jahrelang konventionell gehaltenes Mastgeflügel eingekauft, geschlachtet und als Neuland-Geflügel verkauft hat“. Weiter hieß es, er habe in den vergangenen fünf Jahren Hunderttausende Hähnchen verkauft und damit Hunderttausende Euro verdient.

Der Bundesgeschäftsführer des Neuland e.V. in Bonn, Jochen Dettmer, dementierte gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“, dass das Fleisch immer noch unter Neuland-Label auf dem Markt sei. Das zumindest hatte die „Zeit“ berichtet. Der Verein habe am 9. Dezember intern über den Austritt des Züchters informiert. Die entsprechende Tageslieferung sei noch gestoppt worden. Bei der jährlichen Kontrolle 2013 sei aufgefallen, dass etwas mit den Zahlen des Züchters nicht stimme. Der Verein habe ihn abgemahnt, hätte ihn aber nicht mehr genauer kontrollieren können, weil er im Dezember 2013 gekündigt habe, so Dettmer weiter.

Das Fleisch wurde laut „Zeit“ in ausgewiesenen Metzgereien verkauft und an viele Firmen-Kantinen geliefert, unter anderem an das Versicherungsunternehmen Allianz und das Internetunternehmen Google in Hamburg.

Neuland wurde vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dem deutschen Tierschutzbund und der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft gegründet und wirbt unter seinem Gütesiegel für „ Qualitätsfleisch aus besonders artgerechter und umweltschonender Tierhaltung“ und ethisch korrekten Konsum.

Beobachter sehen das Label als Mittelweg zwischen konventioneller Mast und Bio-Aufzucht. Anders als Bio-Landwirte dürfen Neuland-Bauern herkömmliche Futtermittel verwenden (sofern sie nicht genverändert sind) und ihre Felder mit Pestiziden behandeln. „Aber da kann man davon ausgehen, dass es den Tieren gut ging“, sagt Markus Wolter, Referent für Tierhaltung und Agrarrohstoffe beim WWF.

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