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Bis zu 7000 Dollar Entschädigung : Bericht: VW zahlt zehn Milliarden Dollar an US-Dieselbesitzer

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Der Deal soll hunderte Zivilklagen beenden: Bis zu 7000 Dollar bekommen Autobesitzer in den USA - und der Konzern will sich an einem Umweltfonds beteiligen.

shz.de von
erstellt am 24.Jun.2016 | 09:43 Uhr

New York | Volkswagen wird geschädigten US-Autobesitzern im Abgas-Skandal laut einem Medienbericht bis zu 7000 Dollar als Wiedergutmachung zahlen. Zudem habe der deutsche Autobauer sich gegenüber US-Behörden und Klägeranwälten bereiterklärt, in den Vereinigten Staaten einen Umweltfonds gegen Luftverschmutzung zu finanzieren, meldete der Finanzdienst Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf eingeweihte Quellen. Auch Reuters berichtet von dem geplanten Deal unter Berufung auf drei unabhängige Quellen. Die Entschädigungszahlungen sollen je nach Alter der betroffenen Fahrzeuge und anderen Faktoren zwischen 1000 und 7000 Dollar betragen. Zu einem großen Teil gehe es an die 482.000 Käufer, deren Autos mit einem Zwei-Liter-Dieselmotor ausgestattet sind

Deutsche VW-Besitzer müssen mit einer weitaus geringeren Wiedergutmachung rechnen. Auf der einen Seite gelten andere Abgasvorschriften als in den USA, auf der anderen sind Klagen in Deutschland weitaus weniger einträglich.

Insgesamt werde der Vergleich, mit dem Hunderte US-Zivilklagen beigelegt werden sollen, den Konzern rund zehn Milliarden Dollar (8,9 Mrd Euro) kosten, hieß es. Bis Dienstag muss VW einen detaillierten Kompromiss finden, dann läuft ein Ultimatum des zuständigen US-Richters Charles Breyer aus. Das Unternehmen wollte sich auf Nachfrage nicht zu möglichen Vergleichssummen äußern. Aus Konzernkreisen hieß es, dass die Einzelheiten weiter im Fluss seien. Eine Grundsatzeinigung mit den Klägern hatte VW bereits im April erzielt.

Manager in Südkorea verhaftet

Im Zuge der Ermittlungen zum VW-Abgasskandal wurde in Südkorea ein Manager der örtlichen Niederlassung des Autobauers verhaftet. Die südkoreanischen Ermittler werfen dem Manager von Audi Volkswagen Korea vor, unter anderem Dokumente zu Emissionswerten gefälscht zu haben, wie die nationale Nachrichtenagentur Yonhap am Freitag berichtete. Das Bezirksgericht in Seoul hatte demnach Haftbefehl erlassen. Das Unternehmen soll Dokumente über Emissionsdaten, Kraftstoffverbrauch und Lärmtests geschönt haben, um so die Zulassung von Importautos zu erlangen. Die Behörden in Südkorea hatten in den vergangenen Monaten ihre Ermittlungen gegen VW wegen des Skandals um manipulierte Diesel-Abgaswerte ausgeweitet.

Diesel-Rückruf in Europa kommt voran

In Europa kommt nach anfänglichen Problemen der Diesel-Rückruf voran. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) habe die Freigabe für rund eine Million zusätzliche Fahrzeuge erteilt, sagte VW-Konzernchef Matthias Müller bei der Hauptversammlung. Auch hier geht es um die Zwei-Liter-Varianten. Die Folgen in Deutschland für VW sind aber dennoch beachtlich. Der VW-Großaktionär Niedersachsen verweigerte unlängst dem Konzernvorstand wegen offener Fragen in der Abgas-Affäre eine komplette Entlastung für das vergangene Jahr.

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