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Beim Geld haben Akademiker die Nase deutlich vorn

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Einkommensvorsprung beträgt laut OECD in Deutschland 74 Prozent

shz.de von
erstellt am 09.Sep.2014 | 16:32 Uhr

Akademiker und Meister verdienen in Deutschland im Schnitt drei Viertel mehr als ausschließlich beruflich ausgebildete Fachkräfte. Auch werden Hochqualifizierte seltener arbeitslos und sind zudem weitaus weniger krank. Dies geht aus dem gestern in Berlin veröffentlichten Bildungsbericht 2014 der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. Verglichen werden darin die Bildungssysteme der 34 wichtigsten Industriestaaten sowie einiger Partnerländer. Für Deutschland gilt nach wie vor, dass der Bildungserfolg eines jungen Menschen wesentlich von seiner sozialen Herkunft abhängt – so stark wie in kaum einer anderen Industrienation. Gerade  für  Schüler  aus ärmeren  Familien bleibe das Versprechen „Aufstieg durch Bildung“ häufig in weiter Ferne, kritisierte der Leiter des Berliner OECD-Centers, Heino von Meyer.

Laut Bericht fällt die Einkommenskluft zwischen Akademikern und Meistern in der Bundesrepublik weitaus größer aus als im Schnitt der anderen OECD-Industrienationen. Diese Hochqualifizierten verdienen im Schnitt 74 Prozent mehr als Erwerbstätige, die trotz Abitur oder Realschulabschluss weder zur Universität noch zur Fachhochschule gegangen sind oder einen Meisterkurs besucht haben.  Im Jahr 2000 lag dieser Hochqualifizierten-Vorsprung beim Einkommen in Deutschland erst bei 45 Prozent. Im Schnitt der anderen Industrienationen beträgt ihr Lohnvorteil derzeit 59 Prozent.

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Eric Schweitzer, warf der OECD einseitiges Werben für ein Studium vor. Die internationale Wirtschaftsorganisation erweise damit den deutschen Unternehmen und den Jugendlichen einen „Bärendienst“. Auch Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) hielt dagegen, dass in Deutschland den jungen Menschen mit dem Studium wie der beruflichen Bildung „zwei gleichwertige Alternativen zu Verfügung stehen“.

Der OECD-Bericht macht erneut deutlich, dass eine qualifizierte Bildung der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit ist. Weltweit ist in den vergangenen Jahren vor allem die Arbeitslosigkeit von geringqualifizierten Menschen gestiegen. In Deutschland hingegen sind die Erwerbslosenquoten für alle Bildungsstufen zurückgegangen. Mit 12,8 Prozent sind aber noch immer weit mehr Menschen mit geringer Qualifikation ohne Job als in höheren Bildungsstufen. Bei Personen mit Abitur oder Lehre liegt die Arbeitslosenquote bei 5,3 Prozent, bei Akademikern bei 2,4 Prozent.

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