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Bauern finden nicht genug Lehrlinge

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die im Sommer gestartete Kampagne des Deutschen Bauernverbandes zur Suche geeigneten Nachwuchses in den 14 grünen Berufen hat zwar zum Erfolg geführt. Aufgrund der hohen Zahl an angebotenen Lehrstellen sind in Schleswig-Holstein bisher allerdings zahlreiche Stellen unbesetzt geblieben. Mehr als 50 Betriebe suchen noch händeringend Auszubildende für den Beruf des Landwirts. Bei den Gärtnern gibt es noch 20 freie Ausbildungsstellen. Auch Lohnunternehmern oder für die ländliche Hauswirtschaft werden junge Menschen gesucht, die diese Berufe ergreifen wollen.

Besonders bei der Ausbildung zum Landwirt ist bemerkenswert, dass in diesem Jahr trotz der 50 unbesetzten Stellen schon mehr Azubis ihre Ausbildung begonnen haben als im vergangenen Jahr. „Das zeigt, dass die Landwirtschaft gute Kräfte braucht. Die Betriebe in Schleswig-Holstein betreiben Fachkräftesicherung“, sagt Martina Johannes von der Landwirtschaftskammer in Rendsburg. Dass sich in diesem Jahr mehr junge Leute für diese Ausbildung entschieden haben, zeige deutlich, dass der Beruf des Landwirts attraktiv sei. Etwa ein Drittel der Auszubildenden komme nicht aus der Landwirtschaft, sondern habe sich für diesen Berufszweig als „Quereinsteiger“ entschieden, sagte Johannes.

Die hohe Nachfrage nach landwirtschaftlichen Fachkräften ist auch Ausdruck einer veränderten Arbeitsorganisation auf den stark wachsenden landwirtschaftlichen Betrieben. Auch wenn der Hofinhaber noch selbst in der Produktion tätig ist, übernimmt er mehr die Führungs- und Leitungsaufgaben des Betriebsleiters. Somit werden mehr Fachkräfte für die Produktion benötigt.

Den Trend steigender Zahlen in den grünen Ausbildungsberufen führt Bauernpräsident Werner Schwarz auf das „gute Image der Land- und Agrarwirtschaft“ zurück. Besonders erfreulich sei es, dass immer mehr Jugendliche mit außerlandwirtschaftlicher Herkunft diesen Ausbildungsweg einschlügen.

Der Bundesagentur für Arbeit zufolge waren im August bundesweit noch etwa 2000 Ausbildungsstellen in der Land-, Forst- und Tierwirtschaft sowie dem Gartenbau unbesetzt. Auch Nachzügler, die sich erst jetzt für einen der grünen Berufe entscheiden, haben noch eine Chance, ihre Berufsausbildung zu beginnen. Nach Angaben des Bauernverbandes ist ein Einstieg in das laufende Ausbildungsjahr auch jetzt noch möglich. Interessenten für diese vielfältigen Tätigkeiten können sich neben Arbeitsagenturen und Jobcenter auch an die Landwirtschaftskammer in Rendsburg wenden. Diese hat im Internet unter www.lksh.de die Rubrik „Ausbildungsplätze“ eingerichtet, aus der detaillierte Informationen über die noch verfügbaren freien Stellen zu entnehmen sind. Martina Johannes sagt, dass die Ausbildung im Normalfall drei Jahre dauere. Falls schon ein anderer Beruf erlernt worden sei oder der Interessent das Abitur abgelegt hat, sei eine Verkürzung möglich.


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