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Lokführerstreik : Bahnreisende sauer: „Null Komma null Verständnis“

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Der dreistündige Warnstreik hat für starke Beeinträchtigungen im Zugverkehr gesorgt. Besonders stark waren Niedersachsen und Schleswig-Holstein betroffen.

Hamburg | Der bundesweite Warnstreik der Lokführer hat am Samstagmorgen den Bahnverkehr in Norddeutschland vielerorts lahmgelegt. Besonders stark traf es Schleswig-Holstein und Niedersachsen, wie eine Bahnsprecherin sagte. In Mecklenburg-Vorpommern kam es nach Angaben eines Sprechers im Regionalverkehr überall zu Beeinträchtigungen.

Zwischen 6 und 9 Uhr hatten etwa 350 Lokomotivführer die Arbeit im Norden niedergelegt, wie Hartmut Petersen vom GDL-Bezirk Nord sagte. Viele Züge seien am Morgen gar nicht erst losgefahren. Die S-Bahnen in Hamburg fuhren nach Angaben der GDL im Zwanzig-Minuten-Takt. Auch die S-Bahn in Hannover war vom Streik betroffen. Ausgenommen vom Warnstreik waren im Regionalverkehr DB-Wettbewerber wie der Metronom oder die Nordwestbahn.

Das große Chaos blieb jedoch zunächst aus: Der Samstagmorgen gilt als verkehrsärmster Zeitpunkt der Woche. Dennoch bildeten sich vor den Informationsschaltern in den Hauptbahnhöfen lange Menschenschlangen. Kopfschütteln und Ratlosigkeit herrschte auch vor den Fahrplantafeln. Dort wurden Verspätungen auf unbestimmte Zeit und Zugausfälle angezeigt.

Bei den Reisenden sorgte vor allen die kurze Ankündigung des Warnstreiks für Unmut. Viele hatten kein Verständnis für die Aktion.

„Das ist Erpressung. Eine Frechheit, das auf Kosten der Menschen durchzuführen“, meinte ein Mann in Hannover, der eigentlich nach Wien wollte. „Ich habe null Komma null Verständnis dafür“, sagte eine Reisende, die auf dem Weg zum Urlaubsflieger in Hannover festsaß.

Auch Konstantin von Notz (Grüne) wurde vom Streik erwischt.

Die Bahn setzte in den Zügen und auf den Bahnhöfen mehrere Hundert Mitarbeiter zur Verstärkung ein - vor allem beim Service-Personal, den Betriebszentralen und Transportleitungen sowie bei der Reisenden-Information.

Bereits am Montag hatten die Lokführer in einem ersten Warnstreik die Arbeit niedergelegt. Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit. „Zufrieden wären wir, wenn ein Angebot der Deutschen Bahn käme“, sagte Petersen.

Sollte die Deutsche Bahn kein neues Tarifangebot vorlegen, will die GDL „in den nächsten Tagen“ eine Urabstimmung für unbefristete Streiks einleiten, sagte ein GDL-Sprecher.

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erstellt am 06.09.2014 | 09:45 Uhr

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