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Günstige Fernbus-Linien : Bahnbranche fordert Busmaut

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1,3 Millionen Deutsche fuhren im ersten Halbjahr 2013 mit einem Fernbus. Diese Zahlen sind der Eisenbahnbranche ein Dorn im Auge. Sie fordert deshalb eine Maut für Fernbusse.

Berlin | Die Fernbus-Linien machen den Bahnfreunden zunehmend Sorgen. Sie haben sich ein Gegenmittel ausgedacht: Die Eisenbahnbranche fordert von der künftigen Bundesregierung eine Maut für Fernbusse. Nur so sei ein fairer Wettbewerb mit dem Fernzug möglich, sagte der Geschäftsführer des Bahnbündnisses Allianz pro Schiene, Dirk Flege, am Mittwoch in Berlin. Die Busunternehmen bieten seit der Öffnung des Markts zu Jahresbeginn zahlreiche neue Fernstrecken an. „Die Busmaut ist schädlich“, warnte ihr Branchenverband BDO. Sie verteuere Busfahrten und treffe damit ärmere Haushalte. Die Maut wird bislang auf Autobahnen und einigen Bundesstraßen für Lastwagen über 12 Tonnen fällig. Flege forderte, sie auf kleinere Lastwagen auszudehnen und mittelfristig auf allen Straßen eine Maut zu erheben. Denn schon heute gebe es für alle Züge eine „Schienenmaut“ - die Trassengebühr, die Bahnunternehmen für die Nutzung der Schiene bezahlen.

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), der die öffentlichen Bus- und Bahnbetreiber vertritt, kritisierte die Forderung der privaten Busbranche an Städte und Gemeinden, Busbahnhöfe an attraktiven Standorten zu errichten. „Da wird eine Grenze überschritten“, sagte Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff. Die Busunternehmen müssten seiner Meinung nach ihre Infrastruktur selbst finanzieren. Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) als Vertretung der privaten Konkurrenz entgegnete, Bund, Länder und Kommunen dürften sich nicht aus ihrer Verantwortung stehlen. „Jeder muss seinen Beitrag leisten.“ 

1,3 Millionen Deutsche sind laut Statistischem Bundesamt im ersten Halbjahr 2013 mit einem Fernbus gefahren - 12,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei sind noch nicht einmal die Zahlen der Anbieter eingerechnet, die in diesem Jahr neu an den Start gegangen sind. Bis Ende Juni stieg die Zahl der innerdeutschen Fernlinien auf 158, nachdem es Ende vergangenen Jahres 86 waren. Der Markt für nationale Fernbuslinien ist nach jahrzehntelangen Beschränkungen zum Schutz der Bahn seit 1. Januar weitgehend frei.

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erstellt am 25.Sep.2013 | 17:47 Uhr

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