Bahn steckt 200 Millionen extra in Fernzüge

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03. Dezember 2014, 16:41 Uhr

Die Deutsche Bahn will in den kommenden drei Jahren 200 Millionen Euro zusätzlich in den Fernverkehr investieren. Das habe der Konzernvorstand entschieden, sagte ein Bahnsprecher gestern in Berlin. Der Komfort in den Zügen und die Pünktlichkeit soll so verbessert werden. Vorstandschef Rüdiger Grube sagte, die Bahn werde mit dem Geld „alle möglichen Themen“ angehen, zum Beispiel die Funktionsfähigkeit der Toiletten oder Probleme mit den Bordbistros. Bislang reichten für die Bordküche manchmal die Wartungszeiten nicht aus, so dass defekte Geräte nicht sofort repariert würden. „Gerade mit unseren Bistros können wir im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern punkten. Wo sonst kann man während der Fahrt essen gehen?“, merkte der Bahnchef an.

Auch die Digitalisierung biete große Chancen, Bahnfahren bequemer zu machen. Zum Beispiel erführen die Bahnkunden „leider oft erst in letzter Sekunde, dass ein Zug in umgekehrter Wagenreihung einfährt. Da werden wir bald früher informieren.“ Die Bahn arbeite auch daran, „die Pünktlichkeit von Zügen besser vorhersehbar zu machen. A ll das ist mit einer vernetzten Kommunikation künftig möglich.“ Grube bekräftigte, dass in allen ICE-Fernzügen im Laufe des Jahres 2016 kostenlos ein drahtloser Internet-Zugang (WLAN) verfügbar sein soll. Auf einen Preiskampf mit der Fernbus-Konkurrenz will sich die Bahn nicht einlassen. „Wir machen kein Dumping“, sagte Grube. Dafür sei das System Schiene – auch durch die EEG-Zulage – viel zu teuer geworden.

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