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Bahn räumt bundesweit Probleme mit Stellwerken ein

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Mainz | Der Mainzer Hauptbahnhof ist kein Einzelfall: Nachdem die Bahn entsprechende Berichte zunächst noch zurückgewiesen hatte, hat sie jetzt deutschlandweit Stellwerk-Probleme eingeräumt. "Wir haben bundesweit eine angespannte Situation, das ist richtig", sagte der Vorstandschef der DB Netz AG, Frank Sennhenn, gestern im ARD-Morgenmagazin. "Wir sind dabei, alle Stellwerke, bei denen wir ähnlich kritische Situationen haben, nach Kräften abzusichern." Auf die Frage, inwieweit auch Schleswig-Holstein davon betroffen ist, sagte ein Sprecher: "Aktuell sind die Stellwerke hier arbeitsfähig und wir tun alles, dass es so bleibt." Wie viele Stellwerke im Norden veraltet sind oder in der Vergangenheit modernisiert wurden, sagte er jedoch nicht. Im Weiteren verwies er jedoch darauf, dass die Situation in Mainz das Ergebnis unglücklicher Umstände sei.

Dort weitete sich das Chaos gestern weiter aus: Auch tagsüber fielen Züge aus oder wurden umgeleitet. Tausende Pendler im ganzen Rhein-Main-Gebiet sind davon betroffen. In dieser Woche gilt für Regionalzüge Stunden- statt Halbstundentakt, nur wenige Fernzüge halten im Hauptbahnhof der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt.

Die Deutsche Bahn und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) haben zu den Personalproblemen ein Spitzengespräch am Mittwoch in Frankfurt angekündigt. Daran werden Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber und die Personalchefs der Geschäftsbereiche teilnehmen, wie eine Bahnsprecherin sagte. Bereits heute beraten Bahn, Gewerkschaft und die rheinland-pfälzische Landesregierung bei einem Treffen in Mainz über die Probleme. An dem Gespräch soll auch Bahnchef Rüdiger Grube teilnehmen, der dafür seinen Urlaub abgebrochen hat. Dass dies auch die Mitarbeiter des Konzerns mache, hatte die Bahn zuletzt gehofft. Denn rund die Hälfte der 15 Fahrdienstleiter im Mainzer Stellwerk sind krank oder im Urlaub. Die EVG forderte mehr Personal. "Wir brauchen jetzt ein klares Signal, mehr Leute einzustellen", sagte der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner. "Dieses Problem ist bundesweit." Ein Sprecher der Bahn betonte gestern, dass das Unternehmen "die Herausforderung des demografischen Wandels erkannt" habe. Allein 2012 seien rund 10 000 Mitarbeiter eingestellt worden, heute würden 247 Fahrdienstleister mehr für den Konzern arbeiten als Ende des vergangenen Jahres. Der Bund als Eigentümer erwartet, dass die Bahn die Personalengpässe beim Stellwerk in den Griff bekommt. Ressortchef Peter Ramsauer (CSU) unterstütze die Konzernführung in ihren Bemühungen, bei denen die Prämissen gelten müssten: "Einstellen, ausbilden, bereithalten." Ins Geschäft einmischen werde sich das Verkehrsministerium nicht.

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erstellt am 13.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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