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Brotpreise : Bäckerei-Branche ist ein hartes Brot

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Brotpreise bleiben gleich - trotz guter Ernte. Grund sind gestiegene Energiekosten. Kleine Bäckereien leiden immer mehr unter der Konkurrenz von Großbäckereien und Backstationen in den Supermärkten.

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2013 | 00:35 Uhr

Verbraucher können nach Einschätzung der Großbäckereien in Deutschland trotz der guten Weizenernte nicht mit Preissenkungen rechnen. Wenn der Weizenpreis zum ersten Mal seit Jahren sinken sollte, würde dieser Vorteil unmittelbar durch höhere Kosten für Energie oder Transport ausgeglichen, sagte die neue Präsidentin des Verbandes der Deutscher Großbäckereien, Ulrike Detmers, gestern in Gütersloh. Im Übrigen lege der Handel die Preise fest.

Detmers, Gesellschafterin des Großbäckers Mestemacher, ist die erste Frau an der Spitze des 1905 gegründeten Verbandes. Die rund 100 Verbandsmitglieder repräsentieren über 60 Prozent des Branchenumsatzes von mehr als 18 Milliarden Euro (2011). Das sei ein Zuwachs um 600 Millionen Euro im Vergleich zu 2010. „Die Branche muss ihr Image aufpolieren“, sagte die 57-Jährige. „Wir müssen den Kampf um Talente und Fachkräfte mit anderen Branchen führen“, so Detmers.
 

Da gebe es weit verbreitete Vorurteile – etwa dass man als Bäcker immer mitten in der Nacht früh aufstehen müsse. Außerdem würden viele körperlich sehr anstrengende Arbeiten inzwischen durch Maschinen erledigt. Und es gebe auch schon Versuche mit Backstationen für Konditorwaren bei Discountern. Die Backbranche ist weiterhin mitten im Strukturwandel. Die Zahl der Großbäckereien steigt, die kleinen Bäckereien verschwinden. Nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden, die von 2011 stammen, ist die Zahl der Unternehmen seit dem Jahr 2000 um rund 6000 auf 13.800 gesunken. Bis 2020 sollen es bundesweit nur noch 8000 bis 10 000 sein. In Schleswig-Holstein gibt es nach Angaben des Landesinnungsverband des Bäckerhandwerks noch 260 Handwerksbäcker.

Zugleich steigt aber die Zahl der Backstationen in Supermärkten zusehends. Derzeit sind es gut 15.000, in den nächsten drei Jahren könnten 10.000 weitere dazukommen. Von dieser Entwicklung seien vor allem die Bäckereien im Vorraum der Supermärkte und die Handwerksbäcker betroffen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Armin Juncker.

Auch künftig, so Detmers, würden fast ausschließlich Betriebe mit einem Umsatz von weniger als einer Million Euro vom Markt verschwinden. Gründe seien vor allem fehlende Nachfolger in Familienbetrieben und der Bevölkerungsrückgang auf dem Land, sagte die Großbäcker-Präsidentin. Zugleich hieß es ergänzend, dass Deutschland mit einem Angebot von mehr als 300 Sorten Brot und 1200 Sorten Kleingebäck eine Vielfalt zu bieten habe, wie es sie sonst wohl nirgends auf der Welt gibt.

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