Aus Max Bahr wird Bauhaus

Das Engagement der Max-Bahr-Mitarbeiter  in Hamburg am  19. November hat sich zumindest teilweise gelohnt: Bauhaus übernimmt in der  Hansestadt immerhin  vier  von zwölf  Bahr-Filialen.
Das Engagement der Max-Bahr-Mitarbeiter in Hamburg am 19. November hat sich zumindest teilweise gelohnt: Bauhaus übernimmt in der Hansestadt immerhin vier von zwölf Bahr-Filialen.

Mannheimer Handelskette übernimmt mindestens 22 Filialen, zwei in Schleswig-Holstein

shz.de von
29. November 2013, 00:33 Uhr

Es ist ein spätes Happyend und auch nur eines für jeden dritten Mitarbeiter der insolventen Baumarktkette Max Bahr. Aber immerhin: Der Mannheimer Konkurrent Bauhaus wird mindestens 22 Märkte des Hamburger Traditionsunternehmens übernehmen und den Betrieb unter eigenem Namen fortführen. Ein Bauhaus-Sprecher sagte gestern: „Wir werden allen Mitarbeitern der betroffenen Standorte vorbehaltlos die Beschäftigung bei Bauhaus zu mindestens den gleichen Bedingungen anbieten.“ Das gelte für etwa 1300 Mitarbeiter. Die übrigen 2300 Bahr-Beschäftigten an etwa 50 Standorten müssen sich dagegen auf den Verlust ihrer Arbeitsplätze einstellen.

Unter den 22 übernommenen Filialen liegen lediglich zwei in Schleswig-Holstein. Die Standorte in Kiel-Ravensberg und Lübeck-Moisling werden als Bauhaus-Märkte weiterleben. Von drei weiteren Standorten, zu denen die Übernahme-Gespräche mit Bauhaus noch laufen, befindet sich keiner im nördlichsten Bundesland. Dort sind damit Filialen in Elmshorn, Neumünster, Bad Oldesloe, Flensburg, Husum und Oststeinbek sowie zwei weitere Märkte in Kiel und Lübeck akut von der endgültigen Schließung bedroht. Die letzte Hoffnung für diese Standorte besteht in einer etwaigen Übernahme einzelner Filialen durch andere Interessenten. Es gebe entsprechende Verhandlungen, bestätigte ein Sprecher des Max-Bahr-Insolvenzverwalters. Auch die Royal Bank of Scotland (RBS), größter Gläubiger der Max-Bahr-Immobilienbestände, glaubt an weitere Erfolgsmeldungen. RBS-Deutschlandchef Joachim von Schorlemer: „Wir arbeiten mit Hochdruck an diesen Optionen“. Dem Vernehmen nach kommen die Interessenten allerdings weniger aus der Baumarktbranche, sondern aus anderen Handelsbereichen.

Dessen ungeachtet läuft in allen 73 deutschen Max-Bahr-Märkten der Abverkauf der Ware an, auch in den künftigen Bauhaus-Läden. Der neue Eigner will die Lager räumen und die Märkte anschließend auf die eigene Marke umstellen. Die Wiedereröffnung werde nach und nach im Laufe des kommenden Jahres erfolgen. Die Marke Max Bahr verschwindet damit unweigerlich vom Markt.

In Hamburg, wo das Unternehmen vor 134 Jahren gegründet worden war, bleiben vier von zwölf Standorten erhalten: Stellingen, Langenhorn, Wandsbek sowie Bramfeld, wo die Firmengeschichte einst ihren Anfang nahm. Die als rentabel geltende Baumarkt-Kette war in den Strudel der Praktiker-Pleite geraten.

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