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Wirtschaft

22. August 2017 | 13:46 Uhr

Athen braucht mehr Hilfe

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eurogruppenchef Dijsselbloem erwartet Finanzlücke 2014 / Konkrete Zahlen nannte er nicht

Spekuliert wurde schon lange darüber – nun macht Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem klar: Griechenlands Probleme dauern an, Athen braucht mehr Hilfe, auch über 2014 hinaus. Konkrete Maßnahmen oder Zahlen nennt er nicht. Die Euro-Partner stünden aber bereit. Ein drittes Hilfspaket sei wohl fällig, vermutlich im kommenden Jahr, so Dijsselbloem gestern im Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments in Brüssel. Wie dies aussehen könnte, sei aber noch offen. „Ich habe nicht über neue Kredite für Griechenland gesprochen“, betonte der Eurogruppenchef – also Geld aus dem Euro-Rettungsschirm. „Es ist viel zu früh, um über den Umfang oder die Bedingungen eines möglichen neuen Programms zu reden.“ Der Eurogruppenchef stellte in Aussicht, dass die Euro-Partner der Regierung in Athen bei den Schulden entgegenkommen könnten. So sei denkbar, die Zinsen für Athens Kredite zu senken oder Griechenland den Zugang zu EU-Fördergeldern zu erleichtern. Voraussetzung bleibe die Erfüllung der Bedingungen. Das Land müsse etwa weitere Reformen umsetzen. Eine Entscheidung könne aber erst auf der Grundlage neuer Zahlen getroffen werden. Dies werde im April 2014 der Fall sein. Zahlen nannte der Eurogruppenchef nicht.

Der griechische Finanzminister Ioannis Stournaras hatte den voraussichtlichen Fehlbetrag im derzeitigen Rettungsprogramm auf rund zehn Milliarden Euro beziffert.

In Deutschland war die Debatte über mehr Hilfen nach einer Äußerung von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) auf einer Wahlkampfveranstaltung neu entfacht. Einige Ökonomen halten den Schuldenstand Athens auf Dauer für nicht tragbar und plädieren für einen zweiten Schuldenschnitt, bei dem auch Deutschland auf Geld verzichten müsse.

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