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Arbeitsmarkt im März 2015 : Arbeitslosenzahl sinkt auf unter drei Millionen

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Nicht nur das milde Märzwetter, auch die gute Konjunktur sorgt derzeit für sinkende Arbeitslosenzahlen.

shz.de von
erstellt am 31.Mär.2015 | 10:20 Uhr

Nürnberg | Der milde Winter und die zunehmend kräftige Konjunktur haben die Zahl der Arbeitslosen im März nach Experteneinschätzung wieder unter die Drei-Millionen-Marke sinken lassen. Dies bestätigte die Bundesagentur für Arbeit am Dienstagvormittag. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist demnach im März um 85.000 auf 2,932 Millionen gesunken. Das sind 123.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Punkte auf 6,8 Prozent zurück. Zum Frühjahrsbeginn seien 2,94 Millionen Männer und Frauen arbeitslos gewesen, schätzten Konjunkturforscher und Volkswirte deutscher Großbanken zuvor in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

„Die günstige Konjunktur sorgt auch auf dem Arbeitsmarkt für einen Schub“, erklärt DZ-Bank-Volkswirt Michael Holstein. Und auch Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld spricht von einer „relativen starken Grundtendenz“, von der auch der Arbeitsmarkt profitiere. Die meisten Fachleute gehen davon aus, dass sich der leichte Jobaufschwung im Laufe des Jahres weiter stabilisiert. Im  Jahresschnitt erwarten sie einen Rückgang der Erwerbslosen um 80.000 bis 100.000.

Weitaus vorsichtiger fällt dagegen die Prognose des Chefvolkswirts der KfW-Bankengruppe, Jörg Zeuner, aus. Er rechnet nur mit einem halb so starken Rückgang wie seine Kollegen. „Der Arbeitsmarkt wird zwar auf die konjunkturellen Impulse reagieren, aber nur vorsichtig“, ist Zeuner überzeugt. Denn er rechnet nicht damit, dass der anspringende Konjunkturmotor bei Unternehmen eine größere Investitionsoffensive auslösen wird.

Uneinig sind sich die Fachleute auch bei der Beurteilung der Mindestlohn-Effekte. Während die meisten vorerst nicht mit einem Jobabbau wegen der neuen Regelung rechnen, erwarten andere in der zweiten Jahreshälfte erste Auswirkungen. Allein Ifo-Volkswirt Steffen Henzel sieht schon jetzt spürbare Folgen - nämlich bei geringfügig Beschäftigten. Denn von Januar 2015 auf Dezember 2014 sei die Zahl der Mini-Jobs um 255.000 zurückgegangen - und damit deutlich stärker als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Unterdessen hat die gute Auftragslage vieler deutscher Unternehmen die Nachfrage nach Arbeitskräften zum Frühjahrsbeginn auf eine neue Rekordhöhe steigen lassen. Im März habe es so viele freie Stellen gegeben wie seit mindestens elf Jahren nicht mehr, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Montag. Die Nürnberger Bundesbehörde führt diese Entwicklung auf die „insgesamt positive Grundstimmung sowie die optimistischen Ausblicke der Unternehmen“ zurück. Allerdings spiegele die große Zahl der offenen Stellen nicht nur die gute konjunkturelle Lage wieder, räumt die BA ein. Sie sei auch eine Folge des derzeit häufigeren Stellenwechsels. Dadurch würden viele Stellen frei, von denen manche nicht sofort besetzt werden könnten.

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