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Steuern : Apple bringt US-Fiskus um Milliarden

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Apple hat einen großen Geldberg angehäuft. Der Konzern setzte auch auf Steuerspar-Tricks. Die US-Behörden sind empört.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2013 | 10:23 Uhr

Washington | Die Kasse von Apple ist gut gefüllt. Vor allem durch den Erfolg von iPhone und iPad hat das Unternehmen einen Geldberg von 145 Milliarden Dollar angehäuft. Dabei hat der Konzern auch auf Steuerspar-Tricks gesetzt, die zunehmend mehr die US-Behörden beschäftigen. So hat Apple nach Untersuchungen des US-Senats durch ein komplexes Netz an Auslandsfirmen Milliarden Dollar an Steuerzahlungen in den USA und anderen Ländern vermieden. Ein Senatsausschuss kam zu dem Schluss, dass Apple durch das clevere System bei vielen Einnahmen nirgendwo steuerpflichtig sei. Der Konzern betont, stets im Rahmen der Gesetze zu handeln. Apple-Chef Tim Cook hatte sich deshalb gestern vor dem Ausschuss in Washington wohl dennoch deutliche Worte anhören müssen.
Das Senatsgremium veröffentlichte vor der Sitzung ein 40-seitiges Dokument über das Unternehmen und dessen Verflechtungen. Das Geschäft außerhalb der USA macht rund zwei Drittel der Apple-Erlöse aus. Diese Umsätze laufen hauptsächlich über Tochterfirmen in Irland, das für niedrige Steuern bekannt ist. Darüber hinaus seien Dutzende Milliarden Dollar an Einnahmen dank Lücken im Steuersystem so gut wie gar nicht besteuert worden, erklärte der Ausschuss. Allein in den vergangenen vier Jahren treffe dies auf über 70 Milliarden Dollar zu. Ein Bericht des "Wall Street Journals" zeigt dabei, wie verwinkelt die Irland-Geschäfte von Apple sind. So sei die Tochter Apple Operations International nicht in den USA steuerpflichtig, weil sie in Irland ansässig sei. Sie werde aber auch von Irland nicht besteuert, weil sie dafür bestimmte Ansässigkeitsbedingungen nicht erfülle.
Apple steht - ähnlich wie andere Konzerne - wegen seiner Steuerpraxis in der Kritik. So lieh sich der iPhone-Hersteller jüngst am Kapitalmarkt 17 Milliarden Dollar, um nicht auf seine Reserven zurückgreifen zu müssen. Denn die liegen großteils im Ausland und Apple hätte 35 Prozent Steuern zahlen müssen, wenn das Unternehmen das Geld heimgeholt hätte. Cook hatte diesen Satz zuletzt als unangemessen hoch kritisiert.

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