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Dänemark : Apple baut zweites Rechenzentrum direkt hinter der Grenze

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Es ist das zweite Rechenzentrum, das der Software-Riese in Dänemark errichtet. Und SH geht wieder mal leer aus.

Apenrade | Schleswig-Holsteins nördlicher Nachbar lockt immer mehr US-Internet-Konzerne an. Nur wenige Kilometer hinter der deutsch-dänischen Grenze will Apple in Apenrade ein neues Rechenzentrum bauen – dabei ist das erste Rechenzentrum des Konzerns in dem Land noch nicht einmal fertiggestellt.

Kiel bleibt das Nachsehen. Zum wiederholten Male geht damit nämlich die Ansiedlung eines großen US-Unternehmens an Schleswig-Holstein vorbei nach Dänemark. Erst Anfang des Jahres wurde bekannt, dass Facebook ein Rechenzentrum in Odense baut – eines von dreien außerhalb der USA.

Umgerechnet 800 Millionen Euro will der iPhone-Konzern nach eigenen Angaben in das neue Rechenzentrum in Dänemark investieren. In der Bauphase sollen gut 300 Menschen in der Region beschäftigt werden, in der Betriebsphase später rund 150. Derzeit baut Apple noch ein bereits Anfang 2015 angekündigtes Gebäude im nördlicher gelegenen Viborg, das allerdings in diesem Jahr in Betrieb gehen soll.

„Der Wettbewerb um solche Standorte ist zweifellos hart – und ich kenne die am Ende ausschlaggebenden Gründe von Apple für die Standort-Entscheidung nicht“, sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz auf Anfrage von shz.de und gratulierte den dänischen Nachbarn zum „Ansiedlungserfolg“. Für ihn zeige dieser, dass „unsere gemeinsame Wirtschaftsregion prinzipiell interessant ist für solche Weltkonzerne“. Dabei gelte aus seiner Sicht, dass Schleswig-Holstein grundsätzlich mindestens vergleichbare Bedingungen bieten könne.

Zu hundert Prozent aus erneuerbaren Energien gespeist

Die erneuerbaren Energien in Dänemark, ein guter Zugang zu einer Starkstromleitung sowie gut ausgebildete Arbeitskräfte vor Ort und obendrein das Wetter – die Zentren sind luftgekühlt – sollen für Apple den Ausschlag gegeben haben. „Wir freuen uns riesig, die Aktivität unserer Rechenzentren in Dänemark weiter auszubauen und in zusätzliche erneuerbare Energien zu investieren“, teilte Apple auf Anfrage mit.

Das Rechenzentrum in Apenrade werde – wie alle Rechenzentren des Konzerns – zu hundert Prozent aus erneuerbaren Energien gespeist. Um seinen eigenen Stromverbrauch dabei auszugleichen, wird Apple auch zusätzliche Windkraftanlagen mit einer Leistung von zunächst 30 Megawatt installieren lassen. Der Bau des Rechenzentrums soll im vierten Quartal dieses Jahres beginnen und in der zweiten Jahreshälfte 2019 abgeschlossen sein.

In Kiel zeigte sich der Wirtschaftsminister zuversichtlich: „Es gibt bereits eine Vielzahl von Gesprächen, auch mit den großen Firmen aus den USA“, sagte er und verwies auf das geplante Schleswig-Holstein-Büro in San Francisco. „Ich bin also sehr optimistisch, dass wir schon bald auch in Schleswig-Holstein solche Ansiedlungserfolge vermelden können.“

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erstellt am 10.Jul.2017 | 18:53 Uhr

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