zur Navigation springen

Anleger sollen besser geschützt werden

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach der Prokon-Pleite: Regierung plant mehr Rechte für Verbraucher

shz.de von
erstellt am 11.Feb.2014 | 16:29 Uhr

Nach der Insolvenz des Windparkfinanzierers Prokon will die Bundesregierung noch in diesem Jahr die Weichen für eine weitere Stärkung des Verbraucherschutzes stellen. Dabei geht es auch um mehr Befugnisse für die oberste Finanzaufsicht Bafin. Schwarz-Rot will Kleinanleger künftig vor riskanten Finanzprodukten besser schützen. Die Bafin soll den kollektiven Schutz der Verbraucher als wichtiges Ziel ihrer Aufsichtstätigkeit erhalten. „Wir wollen 2014 die entscheidenden Aufschläge machen“, hieß es in Regierungskreisen.

Das Justiz- und Verbraucherministerium sowie das Finanzministerium wollten die Probleme nicht auf die lange Bank schieben. Auch andere Ressorts würden einbezogen, etwa wenn es um Mittelstandsfinanzierung gehe. Zur Stabilisierung der unter der Niedrigzinsphase leidenden Lebensversicherer würden im März oder April Vorschläge gemacht.

Nähere Angaben wurden nicht gemacht. Grundsätzlich geht es um eine faire Verteilung stiller Reserven der Versicherer zwischen Alt- und Neukunden beziehungsweise auslaufenden und bestehenden Verträgen. Angestrebt werde mehr Generationengerechtigkeit, hieß es.

Der bis ins Jahr 2008 zurückreichende Fall Prokon solle gründlich aufgearbeitet werden. Dies gelinge nicht über Nacht. „Es gibt keine einfachen Ja-Nein-Entscheidungen bei Prokon.“ Genussscheine könnten durchaus auch von Privatanlegern genutzt werden – wenn sie nicht ihre komplette Altersversorgung auf einem Produkt aufbauten, das das Risiko eines Totalausfalls enthält. Prokon hatte durch den Verkauf von hochriskanten Genussrechten an Privatkunden etwa 1,4 Milliarden Euro von etwa 75 000 Anlegern eingenommen. Dabei sollen Zinsen der Altanleger mit dem Geld neuer Investoren ausgezahlt worden sein. Die Bundesregierung prüft, wie Risiken künftig noch klarer herausgestellt werden könnten und ob die Regeln für den Eigenvertrieb von Finanzprodukten angemessen seien.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert