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Staatsanwaltschaft Stuttgart : Anklage gegen Schlecker: Familie soll vor Insolvenz Millionen beiseite geschafft haben

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Aus der Onlineredaktion

Vier Jahre nach der Insolvenz der Drogeriemarktkette erhebt die Staatsanwaltschaft Stuttgart schwere Vorwürfe.

Stuttgart | Anklage gegen den Ex-Drogeriemarktkönig Anton Schlecker: Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft wirft dem früheren Inhaber des Drogerieimperiums Schlecker vor, er habe vor der Insolvenz des Unternehmens Vermögenswerte beiseitegeschafft – etwa indem er den Luxusurlaub seiner Kinder bezahlt hat.

Die Anklage richtet sich laut Stuttgarter Nachrichten gegen Unternehmensgründer Anton Schlecker, seine Frau Christa und die beiden Kinder Meike und Lars. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart bestätigte die Anklage, wollte sich zu Einzelheiten jedoch nicht äußern. Auch die Verteidiger der Familie kommentierten den Vorgang nicht.

Im Falle von Anton Schlecker geht es nach Angaben der Staatsanwaltschaft um vorsätzlichen Bankrott in mehreren Fällen, bei seiner Frau Christa und seinen beiden Kindern Meike und Lars um die Beihilfe zum Bankrott. Schleckers Sohn und Tochter müssen sich demnach auch wegen Insolvenzverschleppung und Untreue verantworten.

Nach Informationen der Zeitungen geht es in der 250-seitigen Anklageschrift konkret um angebliche Geschenke Schleckers an seine Kinder und Enkel und um Millionensummen, die Schlecker an eine Firma seiner Kinder übertragen haben soll. Die Strafverfolger werfen Schlecker nach den Berichten auch vor, falsche Angaben in Bilanzen gemacht und eine Falschaussage an Eides statt abgegeben zu haben.

Europas ehemals größte Drogeriekette Schlecker hatte im Januar 2012 Insolvenz angemeldet. Etwa 25.000 Menschen verloren ihren Arbeitsplatz. Die Gläubiger forderten rund eine Milliarde Euro. Das Handelsunternehmen aus Baden-Württemberg hatte zu seinen Bestzeiten rund 9000 Märkte im In- und Ausland. Der Versuch eines österreichischen Investors, einen Teil der Filialen mit dem Konzept eines modernen Tante-Emma-Ladens wiederzubeleben, scheiterte 2013.

Nach einem Streit um übertragenes Vermögen aus dem Unternehmen zahlte die Familie Schlecker dem Insolvenzverwalter gut ein Jahr nach der Pleite 10,1 Millionen Euro. Die Stuttgarter Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität ermittelte drei Jahre im Fall Schlecker. Auf Bankrott stehe eine Straße von bis zu fünf Jahren Haft oder Geldstrafe, bei besonderes schweren Fällen bis zu zehn Jahren Haft.

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erstellt am 13.Apr.2016 | 17:16 Uhr

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