zur Navigation springen

IT-Messe in Hannover : Angst und Hoffnung auf der Cebit 2015

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Immer mehr Geräte werden künftig miteinander vernetzt – deutsche Experten halten ein „digitales Wirtschaftswunder“ für möglich.

shz.de von
erstellt am 16.Mär.2015 | 07:10 Uhr

Hannover | Die Digitalisierung der Wirtschaft sorgt für Optimismus und mahnende Worte auf der Cebit. IT-Schwergewichte versprechen in Hannover das „digitale Wirtschaftswunder“, warnen aber zugleich davor, dass deutsche Firmen abgehängt werden könnte. „Wer jetzt nicht die Weichen für die Zukunft stellt, ist schnell vom Markt verschwunden“, mahnte der Präsident des Branchenverbands Bitkom, Dieter Kempf, zum Start der weltgrößten IT-Messe.

Es gehe um die Frage, ob Deutschland eine Führungsrolle als digitalisierter Industriestandort einnehmen oder das Feld agilen Ländern wie Südkorea, China oder die USA überlassen wolle, sagte Klaus von Rottkay, Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Deutschland. „Wir können die Erfolgsgeschichte des Wirtschaftsstandorts Deutschland digital fortschreiben, wenn wir jetzt entschlossen die Voraussetzungen für ein digitales Wirtschaftswunder schaffen.“ Netzbetreiber wie Deutsche Telekom und Vodafone wollen dabei eine Schlüsselrolle als Dienstleister für die vernetzte Wirtschaft einnehmen.

Mit der Vernetzung von Maschinen und Geräten werden Dienste auf Grundlage der erhobenen Daten immer wichtiger. Die Telekom will über ein Bündnis mit dem Software-Konzern SAP auch mehr Gewicht bei Standards für die vernetzte Industrie bekommen. Allerdings gibt es weltweit – auch in Deutschland – bereits mehrere Gruppen, die Standards prägen wollen. Zum Jahr 2020 rechnen Experten mit bis zu 50 Milliarden vernetzten Geräten von Industriemaschinen bis hin zu Zahnbürsten. Der Analyse großer Datenmengen – „Big Data“ – wird Kempf zufolge eine zentrale Rolle zukommen. Davon werde es abhängen, wie der digitale Wandel in der Produktion bewältigt werde, sagte er.

Zum Cebit-Start hob der Bitkom seine Wachstumsprognosen für das laufende Jahr an. Der Umsatz wird in der Branche demnach um 1,5 Prozent auf 155,5 Milliarden Euro wachsen. Zuvor gingen die Branchenbeobachter von einen Anstieg um 0,6 Prozent aus. „Es ist die Digitalisierung, die den Markt treibt“, sagte Kempf. Laut IHK Unternehmensbarometer erwarten in Deutschland derzeit 50 Prozent der industriellen Großunternehmen, aber nur 27 Prozent der mittelständischen Firmen durch Digitalisierung ihrer Prozesse Umsatzzuwächse. „Dieses Deutschland der zwei Geschwindigkeiten können wir uns auf Dauer nicht leisten“, sagte Microsoft-Manager Rottkay.

Auf der Cebit in Hannover (16. bis 20. März) sollen  die Besucher Antworten auf alle Fragen zur Digitalisierung aus erster Hand bekommen, sagte Oliver Frese, Vorstandsmitglied der Deutschen Messe AG. Die Veranstalter haben die Veranstaltung, zu der einst viele Privatleute kamen, zu einer vor allem auf Unternehmen ausgerichteten Messe umgestaltet.

Schleswig-Holstein ist mit einem Gemeinschaftsstand in Halle 6 Stand A28 vertreten. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von 14 Unternehmen und Institutionen aus dem Land.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen