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Handel : Amazon steuert mit Volldampf ins Weihnachtsgeschäft

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Der weltgrößte Online-Händler Amazon geht mit Schwung ins wichtige Weihnachtsgeschäft. Das US-Unternehmen rechnet im laufenden Quartal mit einem Umsatzplus von bis zu 25 Prozent auf 26,5 Milliarden Dollar (19,2 Mrd Euro).

Um die Konkurrenten mit günstigen Angeboten und schneller Lieferung auf Abstand zu halten, nimmt Amazon viel Geld in die Hand - und kalkuliert einen operativen Verlust von bis zu einer halben Milliarde Dollar ein.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Amazon seinen Gewinn dem Wachstumsdrang opfert. Am Donnerstag musste der Konzern wegen des teuren Aufbaus neuer Versandzentren einen Verlust von 41 Millionen Dollar im dritten Quartal verkünden - im Vorjahreszeitraum betrug das Minus allerdings noch 274 Millionen Dollar. Der Umsatz wuchs nun um 24 Prozent auf 17,1 Milliarden Dollar.

«Es waren geschäftige Monate», erklärte Gründer und Firmenchef Jeff Bezos am Donnerstag. Er hatte nicht nur mit neuen Produkten wie seinen Kindle-Fire-Tablets für Schlagzeilen gesorgt, sondern auch mit dem Kauf der «Washington Post». Für die renommierte US-Zeitung blätterte er 250 Millionen Dollar aus seinem Privatvermögen hin.

Der Finanzdienstleister Bloomberg schätzt Bezos' Vermögen auf 30 Milliarden Dollar, der Großteil davon steckt in Amazon-Anteilen. Und die neusten Geschäftszahlen ließen ihn noch reicher werden.

Denn rasches Wachstum bei gleichzeitig sinkendem Verlust waren ein Grund zum Feiern für die Anleger. Vor Börseneröffnung am Freitag stieg die Aktie um annähernd 9 Prozent auf einen neuen Höchststand von mehr als 360 Dollar. Seit Jahresbeginn hat das Papier damit um 44 Prozent zugelegt.

Amazon nimmt Verluste bewusst in Kauf: Mit Kampfpreisen und neuen Standorten versucht der Konzern, seinen Marktanteil stetig zu vergrößern. Zuletzt hatte Amazon den Aufbau neuer Versandzentren in Polen und Tschechien angekündigt. In Deutschland kämpft die Gewerkschaft Verdi seit Monaten für höhere Löhne.

Mittlerweile arbeiten weltweit fast 110 000 Menschen für Amazon, dabei sind befristete Beschäftigte und Leiharbeiter noch nicht einmal mitgezählt. Vor einem Jahr waren es erst gut 81 000 Leute. Zum wichtigen Weihnachtsgeschäft wird die Zahl noch einmal sprunghaft ansteigen. Alleine in den USA sollen 70 000 Leute helfen.

Zu den größten Rivalen zählen Ebay und der US-Einzelhandelsriese Wal-Mart. Ebay hatte jüngst angekündigt, seinen Schnelllieferdienst Ebay Now bis Ende kommenden Jahres auf 25 Märkte auszuweiten. Dabei werden Waren örtlicher Händler in etwa einer Stunde zugestellt. Ob der Dienst auch in einer deutschen Stadt eingeführt wird, ist noch nicht entschieden.

Amazon setzt auf seinen Lieferservice «Prime». Für einen bestimmten Jahresbeitrag wird den Kunden dabei die Lieferung innerhalb von zwei Tagen versprochen, und zwar ohne Extrakosten selbst bei kleinsten Bestellungen.

Vermutlich um mehr Kunden für «Prime» zu gewinnen, hatte Amazon erst in dieser Woche die Schwelle für den Gratisversand im US-Heimatmarkt von 25 auf 35 Dollar pro Bestellung angehoben. Für Deutschland sei eine Anhebung der 20-Euro-Schwelle «derzeit nicht geplant», erklärte eine Sprecherin auf Anfrage.

Amazon-Bilanz

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erstellt am 25.Okt.2013 | 08:17 Uhr

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