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Amazon-Chef kauft "Washington Post"

vom

Es klingt wie Ironie: Eine der renommiertesten US-Zeitungen wechselt den Besitzer und geht ausgerechnet an einen Internet-Tycoon

shz.de von
erstellt am 07.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Washington | Internet kauft Papier: Amazon-Chef Jeff Bezos (Foto) blättert 250 Millionen Dollar (knapp 190 Millionen Euro) für die "Washington Post" hin. Er übernimmt ein Blatt, das seit Jahrzehnten das politische Geschehen in den USA mit prägte. So brachten Reporter der "Washington Post" den Watergate-Skandal ins Rollen, der mit dem Rücktritt von Präsident Richard Nixon endete, und veröffentlichten die Enthüllungen zum NSA-Spähprogramm Prism.

Donald Graham, Chef der Washington Post Company und Kopf der Verlegerfamilie, führte die schwierige Lage der Branche als Grund für den Verkauf ins Feld: "Das Zeitungsgeschäft brachte immer neue Fragen auf, auf die wir keine Antwort haben." Auch bei der Hauptstadt-Zeitung waren bedingt durch die Online-Konkurrenz Auflage und Anzeigeneinnahmen geschrumpft.

Wie das Medienunternehmen betonte, kauft der Amazon-Gründer die Zeitung als Einzelperson und nicht im Namen des weltgrößten Onlinehändlers. Bezos sagte, er habe noch keinen ausgearbeiteten Plan für die Zeitung. Er zeigte sich aber zuversichtlich für die Zukunft des Blattes. Bezos versprach: "Die Werte der Post werden sich nicht ändern." Die bisherigen Verantwortlichen sollen in ihren Ämtern bleiben. Entlassungen unter den 2000 Mitarbeitern werden nicht erwartet.

Der 49 Jahre alte Unternehmer kann sich den Kauf locker leisten: Er besitzt nach Schätzungen des Finanzdienstleisters Bloomberg aktuell ein Vermögen von 28,2 Milliarden Dollar (21,3 Milliarden Euro), das vor allem in Amazon steckt. Damit landet er in der Rangliste der Superreichen auf Rang 15. Die börsennotierte Washington Post Company stellt sich schon seit Jahren neu auf. Zu ihr gehören auch ein Bildungsanbieter, lokale Fernsehstationen und ein Kabelnetz-Betreiber.

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