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Alt fordert mehr Sensibilität in Jobcentern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vorstand der Arbeitsagentur mahnt Fortbildungen an / Auch Unternehmer sieht er in der Pflicht

Neue Erkenntnisse über eine hohe Zahl psychisch kranker Hartz-IV-Empfänger müssen nach Ansicht der Bundesagentur für Arbeit (BA) Ansporn für eine bessere Betreuung der Betroffenen sein. Das sagte das für Hartz IV zuständige BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt in einem Interview.

Ist dieser Befund für Sie überraschend?

Heinrich Alt: Für die, die mit Arbeitslosen und unseren Mitarbeitern in den Jobcentern in Kontakt sind, ist der Befund nicht überraschend. Wir haben eine Verschiebung von Menschen, die körperbehindert sind, hin zu Menschen, die psychisch beeinträchtigt sind. Früher war Arbeit mit physischer Anstrengung verbunden. Heute haben wir eher psychische Belastungssituationen in der Arbeitswelt. Und ebenso kann natürlich auch Arbeitslosigkeit Depressionen und andere psychische Erkrankungen auslösen oder verstärken.

Wie sollte die Reaktion eines Mitarbeiters konkret aussehen?

Wenn unsere Fachkraft der Meinung ist, psychische Einschränkungen erschweren oder behindern eine Arbeitsaufnahme, dann muss er natürlich den Menschen darauf ansprechen. Erkennt ein Kunde schließlich selbst, dass er psychisch krank ist, dann gibt es unter anderem Angebote der Kommune, die sogenannten psychosozialen Dienste.

Wen sehen Sie beim Thema „psychisch kranke Arbeitslose“ außer den Jobcentern noch in der Pflicht?

Unternehmen sollten auch psychisch eingeschränkten Menschen eine Chance geben. Denn viele von ihnen sind hochproduktiv, hoch intelligent.

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erstellt am 01.Nov.2013 | 00:34 Uhr

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