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Erneute Panne im Atomkraftwerk : AKW Fessenheim ist schon wieder vom Netz

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Wegen einer Störung im nicht-nuklearen Teil der Anlage musste Reaktor 1 heruntergefahren werden.

shz.de von
erstellt am 19.Apr.2017 | 12:57 Uhr

Fessenheim/Paris | Im französischen Atomkraftwerk Fessenheim stehen seit Dienstagabend wegen einer Störung im nicht-nuklearen Teil der Anlage erneut beide Reaktoren still. Der Betreiber EDF rechnete am Mittwoch damit, dass der heruntergefahrene Reaktor 1 am Freitag wieder in Betrieb genommen werden kann. Der französische Stromgigant versicherte, dass sich der Stopp nicht auf die Sicherheit und Umwelt auswirke. Es könnten sich über dem Kraftwerk Dampfwolken bilden, die nicht radioaktiv seien.

In Deutschland gibt es immer wieder Kritik an der Sicherheit der grenznahen französischen Kraftwerke Fessenheim und Cattenom. Auch belgische Reaktoren in Grenznähe zu Deutschland geraten wegen häufiger Pannen immer wieder in die Kritik. Auch geht die Angst um, die Atomkraftwerke könnten zum Ziel von Anschlägen werden.

Aus Sicht von Umweltschützern ist die Anlage an der Grenze zu Baden-Württemberg veraltet. Sie befürchten eine Panne. Erst Anfang des Monats musste Reaktor 1 für eine gute Woche abgeschaltet werden, weil Wasser ausgetreten war. Der zweite Reaktor steht bereits seit Mitte Juni 2016 still, weil die Atomaufsicht ein Prüfzertifikat entzogen hatte.

Vor eineinhalb Wochen hatte die französische Regierung nach langem Hin und Her die Schließung von Fessenheim offiziell besiegelt. Umweltministerin Ségolène Royal koppelte diese jedoch an die Inbetriebnahme eines neuen Meilers in Flamanville am Ärmelkanal - ein ebenfalls umstrittenes Projekt. Hier gab es in diesem Jahr bereits mehrere Pannen. Die Atomaufsicht prüft dort Materialprobleme.

Zudem legten Umweltschützer zur Vorbereitung einer Klage Widerspruch gegen das Projekt ein, wie Greenpeace am Mittwoch mitteilte. Sie wollen damit einen Stopp der Bauarbeiten erreichen.

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