Airbus und Boeing 2014 Kopf an Kopf

Der A320neo verkauft sich bestens.
Der A320neo verkauft sich bestens.

shz.de von
13. Januar 2015, 13:19 Uhr

Die Flugzeugbauer Airbus und Boeing müssen sich die Lorbeeren für 2014 teilen. Der größte europäische Flugzeughersteller hängte den US-Rivalen zwar bei den Neubestellungen ab: Airbus verkaufte mit 1456 Flugzeugen 24 Maschinen mehr als Boeing. Beim Auftragswert und den Produktionszahlen blieb Airbus jedoch deutlich hinter den Amerikanern zurück. Für 2015 stellte Airbus-Chef Fabrice Brégier keine großen Sprünge in Aussicht. Verkaufschef John Leahy sucht derweil nach Neukunden für das doppelstöckige Flaggschiff A380. „Airbus hat seine Ziele 2014 nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen“, resümierte Brégier. Im vergangenen Jahr summierten sich die Neuaufträge laut Preisliste auf 175 Milliarden US-Dollar (148 Milliarden Euro). Boeing kam wegen des höheren Anteils teurerer Großraumjets auf 233 Milliarden Dollar, wie der US-Hersteller in Seattle mitteilte. Stornierungen sind bei allen Auftragszahlen bereits herausgerechnet. Derweil lieferte Boeing mit 723 Flugzeugen fast 100 Maschinen mehr aus als Airbus. Die Europäer kamen auf 629 Flugzeuge. Im laufenden Jahr will Airbus die Produktion weiter ausbauen und zumindest mehr Neubestellungen hereinholen als fertige Maschinen die Werkshallen verlassen.

Für begehrte Modelle wie die A320-Familie und den neuen Großraumjet A350 – beide Modelle werden in Teilen auch in Hamburg Finkenwerder gebaut, ist die Produktion auf Jahre ausgebucht. Schlechter sieht es bei den ganz großen Fliegern aus: Für das Airbus-Flaggschiff A380 – ebenfalls aus dem Hamburger „Stall“– gingen im abgelaufenen Jahr nur 20 Bestellungen ein. Nachdem der Finanzchef der Airbus Group, Harald Wilhelm, Anfang Dezember ein mögliches Aus für den Airbus A380 ins Spiel gebracht hatte, hatte Airbus-Chef Brégier den Gedanken als „verrückt“ bezeichnet. Die A380-Produktion sei bis 2018 gesichert. Kurz vor Weihnachten fand zudem der erste Großraumjet vom Typ Airbus A350 den Weg zum Kunden – die arabische Qatar Airways holte den Jet am Hamburger Standort ab. Dort beschäftigt Airbus rund 16  000 Mitarbeiter.

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