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Neuer Vorstandsvorsitzender : Adidas holt sich Henkels dänischen Chef Kasper Rørsted

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Aus der Onlineredaktion

Der Däne Kasper Rørsted verlässt den Persil-Hersteller Henkel. Auf ihn wartet der Chef-Sessel einer der wertvollsten Sportmarken der Welt.

shz.de von
erstellt am 18.Jan.2016 | 13:27 Uhr

Herzogenaurach | Adidas hat einen Nachfolger für den scheidenden Chef Herbert Hainer gefunden: Nachfolger als Vorstandsvorsitzender wird der bisherige Henkel-Chef Kasper Rørsted wird neuer Vorstandsvorsitzende. Der 53-Jährige Däne sei in einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats mit Wirkung ab dem 1. August dieses Jahres zum ordentlichen Mitglied des Vorstands bestellt worden, teilte Europas größter Sportartikelhersteller am Montag mit.

Um Rørsted und Adidas hatte es in der Vergangenheit immer wieder Wechselgerüchte gegeben. Angeblich war der Henkel-Familienclan ebenfalls um einen Führungswechsel bemüht, da Rørsteds Ziel, den Konzernumsatz bis 2016 auf 20 Milliarden zu steigern, durch eine geplatzte Welle-Übernahme kaum mehr möglich erschien.

Vom 1. Oktober an wird Rørsted den Vorsitz des Gremiums übernehmen. Herbert Hainer (61) legt nach einer Übergangszeit von zwei Monaten zum 30. September sein Vorstandsmandat vorzeitig nieder. Sein Vertrag wäre ursprünglich Ende März 2017 ausgelaufen. „Kasper Rørsted ist der perfekte Kandidat für die Nachfolger Herbert Hainers. Er hat große internationale Führungserfahrung“, heißt es aus dem Adidas-Vorstand. Ende April wird der Däne bereits seinen Sessel beim Dax-Unternehmen Henkel räumen.

Adidas generierte 2014 einen Umsatz von 14,5 Milliarden Euro. In den ersten neun Monaten 2015 wurde ein Wachstum von 17 Prozent verzeichnet. Dennoch wurde der Führungswechsel an der Börse euphorisch aufgenommen. Die Aktien von Adidas stiegen nach der Nachricht um mehr als zehn Prozent. Das Papier von Henkel verlor dagegen fast sechs Prozent.

Kasper Rørsted stammt aus Aarhus, wo sein Vater ein renommierter Wirtschaftsprofessor ist. Nach dem Studium an der Copenhagen Business School und Stationen bei Oracle, Compaq und Hewlett-Packard ging er 2005 in die Henkel-Geschäftsführung. 53-jährige hatte die Leitung des Henkel-Konzerns 2008 in einem schwierigen Marktumfeld übernommen und Umsatz und Profitabilität deutlich gesteigert. Der Börsenwert des Konzerns sei seit seinem Amtsantritt „um mehr als das Dreifache“ gestiegen, lobte die Henkel-Chefaufseherin Simone Bagel-Trah die Verdienste des scheidenden Managers.

Der Wechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem Henkel einerseits mit Rekordzahlen glänzt, andererseits aber durchaus Baustellen im Unternehmen vorhanden sind. Die Russland-Krise belastet den Konsumgüterhersteller. Im US-Geschäft musste Rorsted nach Problemen hart durchgreifen. Außerdem schwächelte zuletzt das Wachstum in der wichtigen Klebstoffsparte. Im Oktober kündigte der Konzern den Abbau von 1200 Stellen in diesem Bereich an.

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