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Preisdruck : ADAC steigt aus Fernbus-Geschäft aus

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Der harte Preiswettbewerb im Fernbus-Geschäft treibt jetzt auch große Spieler in die Flucht: Der ADAC gibt sein Engagement auf und überlässt der Deutschen Post alleine das Steuer.

shz.de von
erstellt am 10.Nov.2014 | 15:05 Uhr

München | Nur ein Jahr nach dem Start zieht sich der ADAC aus dem umkämpften Markt für Fernbusse zurück und beendet seine Beteiligung am ADAC Postbus. Die Deutsche Post AG werde die Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen übernehmen, teilte der ADAC am Montag in München mit. Über den Ausstieg des Automobilclubs war seit Monaten spekuliert worden. Der harte Wettbewerb in der Branche hat bereits andere Unternehmen hart getroffen: Erst am Wochenende war bekanntgeworden, dass das Offenbacher Unternehmen DeinBus.de als Pionier der Branche Insolvenz anmelden musste.

Nach dem Ausstieg des ADAC will die Deutsche Post das Unternehmen, an dem sie und der ADAC jeweils 50 Prozent halten, künftig allein steuern und das Netz ausbauen. Der Post-Fernbus entwickle sich in einem wachsenden Markt wie geplant und das Unternehmen sei von ihm überzeugt, erklärte Post-Vorstand Jürgen Gerdes. „Darum werden wir das Netz im nächsten Jahr weiter ausbauen.“ Noch im November werde das Gemeinschaftsunternehmen beendet und die Post übernehme die Anteile des ADAC. Für die Kunden ändere sich nichts. Der skandalgebeutelte ADAC begründete den Rückzug mit seiner eigenen Neuausrichtung und dem harten Preisdruck in der Branche. Stattdessen wolle man sich vor allem auf die Kernleistungen Hilfe, Rat und Schutz konzentrieren, erklärte der Automobilclub. Mit dem Schritt nutze man eine vertraglich vereinbarte Ausstiegsoption.

Medienberichten zufolge stand das ADAC-Engagement bereits seit Monaten auf dem Prüfstand. Ursprünglich hatten sich die beiden Partner vorgenommen, zum Platzhirsch auf dem umkämpften Markt zu werden. Zuletzt bezifferte der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (BDO) den Marktanteil aber lediglich auf 8 Prozent. Damit fährt der ADAC-Postbus dem Marktführer MeinFernbus (45 Prozent) und Flixbus (24 Prozent) als Nummer zwei mit weitem Abstand hinterher. In den vergangenen Tagen hatte der mehrtägige Lokführer-Streik bei der Deutschen Bahn den Anbietern einen Nachfrageschub verschafft. Seit der Liberalisierung des Markts 2013 entwickelt sich der Fernbus-Markt in Deutschland rasant. Bereits im vergangenen Jahr nutzten neun Millionen Menschen einen Fernbus, in diesem Jahr könnten es nach bdo-Schätzungen doppelt so viele werden. Bei der Deutschen Bahn hat die neue Konkurrenz Umsatzeinbußen verursacht.

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