Bahn-Bilanz 2016 : 700 Millionen Euro Gewinn: Neuer Bahnchef Lutz kann schwarze Zahlen vorlegen

Vor einem Jahr präsentierte Richard Lutz tiefrote Zahlen für die Bahn - seine erste Bilanz als Vorstandschef wird erfreulicher.

shz.de von
23. März 2017, 08:37 Uhr

Berlin | Der Deutschen Bahn ist 2016 die Rückkehr in die schwarzen Zahlen gelungen. Das Jahresergebnis erreichte 716 Millionen Euro, nach einem Verlust von 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr, wie Vorstandschef Richard Lutz am Donnerstag in Berlin sagte. Der Umsatz stieg leicht um 0,3 Prozent auf 40,6 Milliarden Euro. „Wir haben die Trendwende geschafft“, sagte Lutz. In diesem Jahr rechnet das Bundesunternehmen mit einem Umsatz von mehr als 41,5 Milliarden Euro.

Der 52-Jährige ist seit Mittwoch Vorstandschef, die Verantwortung für die Finanzen behält er. Bei der Bilanzvorlage wird Lutz auch seine Strategie erläutern. Er machte am Vorabend bereits deutlich, dass er den Kurs seines Vorgängers Rüdiger Grube für mehr Kunden und Qualität fortsetzen will. Dies beginne zu wirken, sagte Aufsichtsratschef Utz-Helmuth Felcht. „Für die Kunden war 2016 ein besseres Jahr - noch nicht so gut wie wir wollen, aber besser.“ 2015 hatte das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) knapp 1,8 Milliarden Euro betragen, Abschreibungen für den kriselnden Schienengüterverkehr und den Konzernumbau drückten das Ergebnis unterm Strich aber mit 1,3 Milliarden Euro ins Minus.

Rekordverdächtig war die Zahl der Fahrgäste im vergangenen Jahr. Nach einem leichten Minus im Vorjahr stieg Zahl der Reisenden um fünf Prozent auf 2,37 Milliarden. Im Fernkehr mit ICE und Intercity stieg die Zahl mit 5,4 Prozent leicht überdurchschnittlich auf den Höchstwert von 139 Millionen. Bahnchef Richard Lutz führte das zurück auf mehr pünktliche Fahrten, gründlicher gereinigte Züge und eine verbesserte Kundeninformation. „Mit unserem Programm ,Zukunft Bahn' sind wir auf dem richtigen Weg.“ Die Bahn hatte 2016 auch die Rabattaktionen für Fahrkarten ausgeweitet.

Der Umsatz wuchs 2016 leicht auf die Rekordsumme von 40,6 Milliarden Euro (Vorjahr: 40,4 Milliarden Euro). Dazu trug auch bei, dass sich das Geschäft mit ICE und Intercitys stabilisierte. Derweil bleibt der Schienengüterverkehr in Deutschland unter Druck.

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