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Energiekonzern : 5,7 Milliarden Euro: Rekordverlust bei Eon

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Tiefrote Zahlen bei Eon: Für die ersten neun Monate meldet der Konzern fast sechs Milliarden Euro Verlust. Denn die großen Kraftwerke werfen nicht mehr viel ab.

shz.de von
erstellt am 11.Nov.2015 | 08:23 Uhr

Düsseldorf | Deutschlands größter Energiekonzern Eon muss in den ersten neun Monaten einen Rekordverlust von knapp 5,7 Milliarden Euro hinnehmen. Das liege in erster Linie an hohen Wertberichtigungen von 8,3 Milliarden Euro, teilt das Unternehmen mit. Diese erfolgten unter anderem wegen Abschreibungen auf Kraftwerke. Denn die Gas- und Kohlekraftwerke des Konzerns verdienen wegen des abgestürzten Börsenstrompreises kaum noch Geld.

Durch den Boom des Ökostroms werden branchenweit die konventionellen Kraftwerke vom Markt verdrängt. Die Preise an der Leipziger Strombörse EEX haben sich in den vergangenen vier Jahren halbiert. Wegen der dauerhaft geringeren Erlösaussichten mussten die konventionellen Kraftwerke in der Bilanz neu bewertet werden.

Schon für 2014 hatte Eon einen Rekordverlust von 3,2 Milliarden Euro ausgewiesen. Grund waren damals vor allem Abschreibungen auf Kraftwerke im Ausland. Doch ganz so düster sieht es nicht aus: Die Prognose eines operativen Gewinns von 7 bis 7,6 Milliarden Euro für das Gesamtjahr wird bestätigt – genauso wie ein nachhaltiger Konzernüberschuss von 1,4 bis 1,8 Milliarden Euro für 2015.

Auf die Energiewende ist Eon aber nicht völlig unvorbereitet. Der Konzern will sich komplett umkrempeln und bereitet eine Aufspaltung vor. Das gesamte Geschäft mit großen Kraftwerken wird dann in die neue Gesellschaft Uniper ausgegliedert. Das Hauptunternehmen will sich künftig auf erneuerbare Energien und den Vertrieb konzentrieren. Das Atomgeschäft bleibt auf politischen Druck hin weiter bei Eon, soll aber in der Tochter PreussenElektra weitgehend unabhängig geführt werden. Die Konzernaufspaltung soll zum Jahreswechsel greifen. Deshalb zog Eon die üblicherweise zum Jahresende stattfindende Überprüfung der Firmenwerte vor.

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