400 Millionen zu viel fürs Bier – Kartellamt zeigt Brauern Rote Karte

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02. April 2014, 17:27 Uhr

Ein Euro mehr für die Kiste Bier, mindestens ein Fünfer für das 100-Liter-Fass: Solche mutmaßlichen Absprachen in der Bierbranche werden jetzt vom Bundeskartellamt drastisch bestraft. Das Bundeskartellamt hat wegen Preisabsprachen auf dem Biermarkt weitere Bußgelder von 231,2 Millionen Euro verhängt. Zusammen mit den bereits im Januar verkündeten Strafen gegen andere Brauereien addiert sich die Summe damit auf fast 340 Millionen Euro. Betroffen sind die Radeberger-Gruppe (Jever), Carlsberg (Holsten), die regionalen Brauereien Bolten, Erzquell, Gaffel und Früh sowie der Brauereiverband NRW, so das Bundeskartellamt. Die Radeberger-Gruppe legte umgehend Einspruch ein, Carlsberg folgte wenig später. Man sei nicht an einer Preisabsprache beteiligt, hieß es. Die Strafzahlung trifft die Brauer ins Mark: Die Branche steht im knallharten Wettbewerb bei schrumpfenden Umsätzen und mit sehr knappen Gewinnmargen von wenigen Prozent. Seit Jahren ist der deutsche Biermarkt von erheblichen Überkapazitäten geprägt. Den letzten leichten Anstieg des Bierabsatzes gab es 2006, dem Jahr der Fußball-WM. Seitdem schrumpft der Markt – im Schnitt um jährlich zwei Prozent. „Kein Kasten Bier mehr auf der Baustelle, kein Bier mehr im Getränkeautomaten und für Fahranfänger 0,0 Promille – so gut das alles ist – die Brauereien kriegen es zu spüren“, sagt ein Branchenkenner. Die Strafe soll den Brauern wehtun: „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich Brauereien nach diesem Verfahren noch einmal in Absprachen wagen werden“, sagte Kartellamtschef Andreas Mundt.

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