360 Millionen für Wohnungsbau

Mit dem Geld  soll der Bau von Sozialwohnungen für einkommensschwache Menschen angekurbelt werden.
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Mit dem Geld soll der Bau von Sozialwohnungen für einkommensschwache Menschen angekurbelt werden.

Innenminister Studt setzt Offensive für bezahlbare Mieten fort / Weitere 20 Millionen gibt es für die Förderung zur Unterbringung von Flüchtlingen

shz.de von
20. Januar 2015, 12:47 Uhr

Für Innenminister Stefan Studt steht fest: „Die Förderung von Sozialwohnungen bleibt eine staatliche Daueraufgabe.“ Vor allem im Hamburger Umland, in den Städten Kiel und Lübeck und auf der Insel Sylt sei eine zunehmend angespannte Wohnungsmarktlage zu beobachten, sagte er gestern in Kiel. Studenten und neuerdings auch Flüchtlinge konkurrieren mit Sozialhilfeempfängern, Rentnern und Familien mit Kindern um günstigen Wohnraum.

„Deshalb stellt das Land auch in den nächsten vier Jahren 360 Millionen Euro für die Förderung von sozialem Wohnraum zur Verfügung und setzt die Offensive für bezahlbares Wohnen fort“, kündigte der Minister im Anschluss an eine Kabinettssitzung an, auf der sein Förderkonzept abgesegnet worden war. Mit dem Geld soll die Förderung des Neubaus und der Modernisierung von Mietwohnungen sowie auf reduziertem Niveau der Erwerb und der Neubau von Eigentumsmaßnahmen fortgesetzt werden. Neu und zusätzlich wird mit eigenem Budget von zunächst 20 Millionen Euro ein Programm zur Förderung gemeinschaftlicher Wohnprojekte für Flüchtlinge in der Regie der Kommunen aufgelegt. Insgesamt beläuft sich das Programm damit auf 380 Millionen Euro und soll ein Investitionsvolumen von rund 1 Milliarde Euro auslösen.

„Mit den staatlichen Darlehen können rund 4200 soziale Mietwohnungen sowie 730 Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen gefördert werden“. Bei den Mietwohnungen handelt es sich um 1600 Neubauten und 2400 Modernisierungen. Dabei sollen acht von zehn geförderten Objekten in den Hochpreis-Regionen liegen. Die Mieten werden regional differenziert durch niedrige Darlehnszinsen mit extrem langer Laufzeit „heruntersubventioniert“ auf Quadratmeterpreise zwischen 4,85 und 5,50 Euro netto/kalt. Dem stehen mittlere Angebotsmieten auf dem freien Markt gegenüber von 6,40 in Kiel und Lübeck, 8,70 Euro im Hamburger Speckgürtel und bis zu 16 Euro auf Sylt. Die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) setzt das Programm um, sie nimmt Förderanträge entgegen, berät, prüft und zahlt die Mittel aus. Zielgruppen der sozialen Wohnraumförderung sind Haushalte, die sich am Markt nicht angemessen und bedarfsgerecht mit bezahlbarem Wohnraum in sozial stabilen Quartieren versorgen können. Dazu gehören Haushalte, die auf Unterstützung angewiesen sind, etwa Familien mit Kindern, Ältere (ab 60 Jahren) oder Menschen mit Behinderung. Hinzu kommen aber mittlerweile auch „Normalverdiener“ und Studenten.

Zufrieden zeigte sich Studt mit den Ergebnissen der soeben ausgelaufenen Förderperiode, in der ebenfalls 360 Millionen Euro für Neubau und Modernisierung bereitgestellt und Investitionen von rund 800 Millionen Euro ausgelöst wurden. „Das war ein echtes Konjunkturprogramm für die Handwerker und die Baubranche“, so Studt.

Ganz konkret bekommen die Sylter die Förderung zu spüren: Liegt die Marktmiete auf dem Luxus-Eiland derzeit bei 16 Euro, entstanden in den vergangenen vier Jahren 144 zusätzliche Sozialwohnungen, in denen die neuen Mieter maximal acht Euro pro Quadratmeter zahlen müssen.

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