1,5 Millionen Euro in Rekordzeit

Ali Jelveh (l.) und Christopher Blum  mit ihrem Mini-Server „Maya“.
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Ali Jelveh (l.) und Christopher Blum mit ihrem Mini-Server „Maya“.

Hamburger Start-up „Protonet“ findet innerhalb von 10 Stunden und 8 Minuten mehr als 1000 Investoren

shz.de von
05. Juni 2014, 13:09 Uhr

Das Hamburger Unternehmen Protonet hat online 1,5 Millionen Euro für einen neuartigen Cloud-Speicher eingesammelt. Die Summe kam innerhalb von 10 Stunden und 8 Minuten zusammen, sagte Sprecher Philipp Baumgaertel gestern. Das sei ein Rekord für Crowdfunding-Kampagnen, bei denen hunderte oder tausende Einzelpersonen über das Internet Geld in ein Projekt stecken. „Wir hätten nicht damit gerechnet, dass das so schnell geht“, sagte Baumgaertel. Die Finanzierungs-Kampagne lief über die Webseite Seedmatch. Die Summe von einer Million Euro war nach dreieinhalb Stunden erreicht.

1047 Einzelpersonen gaben Geld und werden dafür an späteren Gewinnen des Unternehmens beteiligt. Das unterscheidet die Aktion von klassischen Schwarmfinanzierungen: Dort bekommen die Unterstützer typischerweise das angepriesene Produkt. Teilweise gibt es Sonderausgaben oder Treffen mit den Herstellern für die Geldgeber aus dem Internet-Schwarm. Protonet sammelte 2012 bereits 200 000 Euro über Seedmatch – und das innerhalb von 48 Minuten. Seit Juli 2013 wurden Server an rund 250 Firmen ausgeliefert, eine halbe Million Euro Umsatz hat das Unternehmen seitdem gemacht, sagte Ali Jelveh, der zweite Gründer, dem „Spiegel“. Protonet will eine weitere, günstigere Version seines Cloud-Speichers für kleine Unternehmen und Freiberufler produzieren. Auf dem Server, „Maya“ genannt, hinterlegen Nutzer ihre Daten. Sie können von unterwegs darauf zugreifen und mit mehreren Kollegen gemeinsam arbeiten. Das funktioniert so ähnlich wie die Speicherdienste von Google, Dropbox oder Skype – mit dem Unterschied, dass die Daten auf dem eigenen Server gespeichert werden.

Seit Beginn der NSA-Affäre sei die Nachfrage nach solchen „Personal Cloud“-Servern sprungartig gestiegen, sagte Baumgaertel. Der neue, orangefarbene Mini-Server – nach Angaben seiner Erbauer besonders sicher – soll 1200 Euro kosten. Protonet bietet bislang zwei Server zwischen 3400 und 5300 Euro an.

Mit dem frischen Investorengeld wollen die beiden Tüftler ihre Firma ausbauen. Zu den 23 Mitarbeitern könnten bis Ende des Jahres nochmal so viele dazukommen. Außerdem will das Start-up in Marketing investieren.

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