Vierte Amtszeit der Bundeskanzlerin : Wiederwahl von Angela Merkel: So reagieren Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

Applaus nach der Wiederwahl zur Bundeskanzlerin: Nicht alle Reaktionen waren so positiv.
Applaus nach der Wiederwahl zur Bundeskanzlerin: Nicht alle Reaktionen waren so positiv.

Nach der Vereidigung von Kanzlerin und Kabinett ist die Stimmung gemischt. Stimmen aus dem Netz.

shz.de von
14. März 2018, 16:50 Uhr

Berlin | Angela Merkel (CDU) ist am Mittwoch zum vierten Mal zur Bundeskanzlerin gewählt worden. Ihre Wiederwahl sorgte nicht nur für positive Reaktionen in der Politik. So reagierte die Politik auf die Kanzlerinnen-Wahl.

Einige deutsche Politiker gratulierten der Kanzlerin auf Twitter:

„Der Deutsche Bundestag hat Angela #Merkel mit 364 Stimmen gewählt. Wir freuen uns! #kanzlerinwahl“, retweetete die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer am Mittwoch den Post der eigenen Partei auf Twitter.

 

„Herzlichen Glückwunsch an unsere Bundeskanzlerin, Dr. Angela Merkel!“, gratulierte auch CDU-Vize Julia Klöckner.

 

Und die neue Justizministerin Katarina Barley (SPD) schloss sich an: „171 Tage nach der Bundestagswahl hat der Deutsche Bundestag heute Angela Merkel zur Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Dazu gratuliere ich herzlich und freue mich auf gute Zusammenarbeit.“

 

Andere waren skeptisch:

Weniger verheißungsvoll äußerte sich der Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann von der SPD: „364 Stimmen für #AngelaMerkel, die Regierungsmehrheit steht, eine #GroKo ist es nicht.“

 

„Die #GroKo hat Angela #Merkel quasi das „volle Vertrauen“ ausgesprochen. #KanzlerinWahl“, blieb auch Juso-Vorsitzender und GroKo-Gegner Kevin Kühnert verhalten.

 

Wieder andere kritisierten die neue Regierung scharf:

Die AfD zeigte sich sehr misstrauisch und pessimistisch: „#Merkel und ihre geschrumpfte Koalition schleppen sich sichtbar lustlos in die hoffentlich letzte Amtszeit der Kanzlerin. Die Regierungszeit Merkels ist geprägt von offenen Rechtsbrüchen, dauernden populistischen Kehrtwenden und der zunehmenden Isolierung Deutschlands in der EU“, twitterte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag Leif-Erik Holm.

 

„Die hohe Zahl von Abweichlern bei der #Kanzlerwahl von #Merkel entlarvt enorme Fliehkräfte in der Groko. CL #fehlstart #bundeskanzlerin #kanzlerinwahl“, postete FDP-Vorsitzender Christian Lindner. „Nur 9 Stimmen über den Durst nun kann man wahrlich nicht mehr von einer GROßEN Koalition sprechen. #Merkel #Kanzlerinwahl“, schloss sich Linken-Vorsitzende Katja Kipping an.

 

„Schlechter Tag für D-land: Nach Monaten wählt Wahlverlierer-Koalition #Merkel an Spitze der nächsten Weiter-so-Regierung. Immerhin: knapp 30 Abgeordnete von CDU/CSU & SPD den Mut gehabt nicht für #Merkel zu stimmen. Statt #GroKo Bündnis für #SozialeWende“, schloss sich die Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Sahra Wagenknecht, an.

 

„Was für ein wackeliger Start der #Neuauflage #GroKo: Nur 9 Stimmen über der notwendigen #KanzlerinMehrheit. Das ist kein Aufbruch. Es fehlt der Mut Zukunft zu gestalten. #Kanzlerwahl“, so schrieb auch die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünenfraktion im Bundestag, Britta Haßelmann.

 

Stimmen aus Wirtschaft, Kirche und Medien

Auch Prominente aus Wirtschaft, Kirche und Medien kommentierten Merkels vierte Wiederwahl. „Sie dürfen sicher sein, dass die katholische Kirche in Deutschland die Arbeit der Bundesregierung gerne weiterhin konstruktiv begleiten wird und wir uns mit unseren Anliegen in die aktuellen Debatten einbringen werden“, sagte der Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, in einer Pressemitteilung.

„Wir brauchen eine starke Regierung, stark für die Demokratie und für alle Menschen in Deutschland, egal welcher Religion, Hautfarbe oder Herkunft“, teilte Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, mit.

 „Ich schätze sie als integre Persönlichkeit, ihre besonnene und zugleich bestimmte Politik und ihre geschichts- und verantwortungsbewusste Haltung, die sie zu einer Garantin für Freiheit und Demokratie macht“, verkündete Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.

„Es ist gut, dass nun eine neue Regierung das Heft des Handelns wieder in die Hand nimmt“, sagte Hans Peter Wollseifer, der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks.

„Rund neun Prozent der eigenen Koalition haben Merkel nicht gewählt“, twitterte die ehemalige Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach.

„Joachim Sauer ist und bleibt 'Herr Bundeskanzlerin'. Ende der Diskussion!“, kommentierte Jan Böhmermann via Twitter.

Auch internationale Stimmen

Auch Russlands Präsident Wladimir Putin, der ukrainische Präsident Petro Poroschenko und der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki gratulierten Merkel zur erneuten Wahl.

Mit Material der dpa.

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