Kommunalwahl auf Sylt : Wenningstedt muss nochmal wählen

Wahldebakel auf Sylt: Weil eine Wählergemeinschaft in Wenningstedt ohne Satzung in die Kommunalwahl im Mai ging, müssen nun alle Bewohner des Ortes neu zur Urne gehen.

Avatar_shz von
24. Juli 2008, 04:48 Uhr

In Zeiten von Politikverdrossenheit und geringen Wahlbeteiligungen dürfen sich Kommunen heutzutage über wirklich jeden Bürger glücklich schätzen, der an Wahltagen den Weg zur Urne findet, um derselbigen seine Meinung anzuvertrauen. Dies gilt natürlich auch für die Gemeinde Wenningstedt-Braderup auf Sylt. Doch hier wird die Geduld der in den vergangenen Jahren von der Politik ohnehin nicht gerade verwöhnten Wähler nun auf eine harte Probe gestellt.
Die Gemeindevertreter folgten jetzt der Empfehlung von Kommunalaufsicht und Wahlprüfungsausschuss ihres Ortes und beschlossen, dass die Kommunalwahl wiederholt werden muss - zu den selben Konditionen wie am 25. Mai. Sobald die vierzehntägige Einspruchsfrist gegen den Beschluss widerspruchsfrei verstrichen ist, gilt der 28. September 2008 als neuer Wahltermin.
Die einzige Gruppierung, die an der Wiederholungswahl nicht teilnehmen darf, ist die Wählergemeinschaft Wenningstedt-Braderup 51 (WWB51) - als die Verursacherin der Wahlposse.
Wählergemeinschaft trat ohne Satzung zur Wahl an
Neben den Bürgern im Ort darf sich auch Wahlleiter Hans-Wilhelm Hansen von der WWB51 betrogen fühlen. "Im Nachhinein weiß ich, dass mir manipulierte Wahlunterlagen eingereicht worden sind", sagt er heute. Damals, im April, kurz bevor die Frist zur Wahlzulassung verstrichen war, habe ihm die erst ein paar Tage zuvor gegründete Gruppierung um den ehemaligen Bürgermeister der Gemeinde Carl Heinrich Schmidt versichert, dass alles in Ordnung sei. Später stellte sich heraus: die WWB51 hatte sich weder eine ordnungsgemäß beschlossene Satzung gegeben und auch die Kandidaten nicht in geheimer und schriftlicher Wahl aufgestellt. Hansen: "Uns blieb nichts anderes übrig, als den Aussagen des Vorsitzenden Schmidt zu vertrauen."
Bitter ist die Wiederholungswahl für den klaren Wahlsieger: Die Aktiven Bürger, die in Person von Katrin Fifeik die neue Bürgermeisterin stellen, hatten mit mehr als 60 Prozent die absolute Mehrheit im Ortsparlament errungen. Fifeik hatte aber bereits kurz nach der ersten Wahl angekündigt, dass ihr vor einer Wiederholungswahl nicht bange sei.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen