Antisemitische Attacke in Berlin : Wegen eines Davidsterns – Gruppe prügelt auf Syrer ein

Davidstern am Eingang des Jüdischen Friedhofs in Köln: In Berlin kam es erneut zu einer antisemitischen Attacke.
Davidstern am Eingang des Jüdischen Friedhofs in Köln: In Berlin kam es erneut zu einer antisemitischen Attacke.

Erneut wird wegen einer antisemitischen Attacke in der Hauptstadt ermittelt. Das Opfer ist ein Syrer jüdischen Glaubens.

shz.de von
08. Juli 2018, 13:19 Uhr

Berlin | Bei einem offensichtlich antisemitischen Übergriff soll eine Gruppe in Berlin einen Syrer verprügelt und am Kopf verletzt haben. Ausgelöst haben soll die Attacke ein Schmuckstück in Form eines Davidsterns an der Halskette des Opfers, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Der 25-Jährige sei nach eigenen Angaben jüdischen Glaubens. Zuvor hatte die "Welt" berichtet. Die Polizei ermittelt gegen zehn Verdächtige im Alter von 15 bis 25 Jahren. Sechs der Beschuldigten seien Landsleute des Syrers, drei hätten die deutsche Staatsangehörigkeit, in einem Fall sei die Nationalität unklar.

Das Opfer hatte nach eigenen Angaben in der Nacht zum Samstag die Gruppe im James-Simon-Park im Stadtteil Mitte um Feuer für seine Zigarette gebeten. Das bekam der 25-Jährige auch – doch dann pöbelte ihn einer Mann aus der Gruppe an und nahm ihm die Zigarette aus dem Mund. Infolge dessen kam es zum Streit zwischen den beiden. Dabei soll der Mann den Davidstern an der Kette des 25-Jährigen entdeckt, ihm die Kette vom Hals gerissen und antisemitische Schmähungen geäußert haben. Schließlich soll er auf den Syrer eingeprügelt haben, bis dieser zu Boden ging.

Staatsschutz involviert

Als es dem Opfer gelang zu flüchten, rannte die Gruppe hinter ihm her und attackierte den Mann gemeinsam mit Schlägen und Tritten. Als Passanten dem 25-Jährigen zur Hilfe kamen, flüchteten die Täter. Der Syrer wurde mit Platzwunden am Kopf in einer Klinik behandelt.

Polizisten nahmen in der Nähe des Tatorts drei 15 bis 21 Jahre alte Frauen sowie sieben Männer im Alter von 17 bis 21 Jahren fest. Diese seien inzwischen wieder auf freiem Fuß, hieß es am Sonntag. Gegen sie ermittele der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz.

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