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Olympia 2024 : Was für und gegen Berlins Olympia-Bewerbung spricht

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Mit dem Slogan „Berlin kann Olympia“ wirbt die Hauptstadt für die Bewerbung um die Spiele 2024 oder 2028. Doch die Olympia-Gegner lassen keine Gelegenheit aus, ihre Argumente in die Öffentlichkeit zu bringen.

Seit sich der Berliner Senat offiziell für die Olympischen Spiele 2024 und 2028 bewerben will, beharken sich Befürworter und Gegner mit ihren konträren Einschätzungen. Was sind die wichtigsten Argumente der Befürworter und der Gegner von Olympia in Berlin:

Pro Berlin

Das Konzept:

In Berlin soll ein Konzept der Offenheit, Transparenz und Ökologie entstehen, das den Wünschen der Menschen entspricht.

Olympische Spiele sollen ein Sportfest für alle Berliner sein, Spiele zum Mitmachen und Miterleben.

Metropole:

Olympische Spiele dürfen nicht Diktaturen überlassen werden, die sich als Ausrichter im Glanz des Sportfestes sonnen wollen. Auch Demokratien wie Deutschland müssen sich einbringen. Mit Berlin als international beliebter Metropole hätte Deutschland die besten Chancen.

Sportstadt:

Berlin hat große Erfahrungen mit sportlichen Großveranstaltungen. Das Finale der Fußball-WM 2006, die Leichtathletik-WM 2009 oder die Schwimm-EM 2014 waren Highlights.

Jährlich zelebrieren die Berliner ihren Marathon oder das Internationale Stadionfest der Leichtathleten (ISTAF).

Nachhaltigkeit:

Zwei Drittel der benötigten Wettkampfstätten in und außerhalb Berlins sind bereits heute vorhanden. Trainingsstätten gibt es bereits genug. Sie müssten für Olympia nur teilweise saniert werden.

Infrastruktur:

In Berlin gibt es bereits die vom IOC geforderten mindestens 42.000 Hotelzimmer. Auch die Bus- sowie S- und U-Bahnverbindungen sind schon vorhanden. Teure Baumaßnahmen sind kaum nötig. In Berlin muss für die Spiele keine U-Bahn, kein Olympiastadion und auch kein Hotel neu gebaut werden. Das ermöglicht vergleichsweise günstige Spiele.

Contra Berlin

Die Kosten:

Die tatsächlichen Kosten für Olympische Spiele in Berlin sind noch völlig unklar. Der Bau und die Modernisierung der Sportanlagen kosten laut Senat 2,4 Milliarden Euro. Dazu kommen laut Konzept noch Milliarden-Ausgaben für das olympische Dorf, die Wettkämpfe, die Sicherheit, das Medienzentrum sowie Transport und Werbung. Die Gesamtkosten sind nach Angaben des Senats noch nicht zu beziffern. In London lagen die tatsächlichen Kosten weit über den Prognosen.

Kein Nutzen:

Kitas, Schulen, Bäder und Sportanlagen sind zum Teil in einem sehr schlechten Zustand und müssen dringend saniert werden. Das ist für die meisten Berliner viel wichtiger als ein Großereignis in 10 oder 14 Jahren, das nur wenige Wochen dauert. Die für Olympische Spiele geplanten Neubauten und Sanierungen von Sportanlagen nützen dem Breitensport wenig. Auch die Turnhallen der Schulen und die Freizeitbäder profitieren von Olympia nicht.

Wohnraumbedarf:

Berlin braucht ganz schnell ganz viele neue Wohnungen. Das Olympische Dorf würde voraussichtlich erst nach den Sommerspielen 2028 als Wohnraum zur Verfügung stehen. Das ist viel zu spät.

Knebelverträge:

Das IOC stülpt den ausrichtenden Städten Knebelverträge mit kaum hinnehmbaren Bedingungen über. Vor allem geht es um kommerzielle Interessen des IOC und der internationalen Konzerne, die offizielle Sponsoren sind. Ob die Reformbemühungen innerhalb des IOC Erfolg haben, ist derzeit noch völlig offen.

 
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erstellt am 25.Feb.2015 | 10:49 Uhr

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