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Krise in der Ukraine : Vorwurf aus Kiew: Moskau liefert Waffen an Rebellen

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Die Ukraine wirft Russland Waffenlieferungen an die Separatisten vor. Die Niederlande gedenken der Toten des Flugzeugabsturzes in der Ostukraine im Juli. Und Gorbatschow warnt vor einer neuen „Mauer“.

Kiew/Amsterdam | Die ukrainische Regierung hat Russland erneut massiver Waffenlieferungen an die Separatisten im Osten des Landes bezichtigt. „Bedeutende Mengen gepanzerter Fahrzeuge und Mannschaften kommen weiterhin in den von Militanten kontrollierten Gebieten an“, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates in Kiew, Andrej Lysenko, am Montag. Zahlreiche Lastwagen und Artilleriegeschütze seien gesichtet worden. Bei Kämpfen in der Separatistenhochburg Donezk starben mindestens vier Menschen. Der Sicherheitsrat in Kiew berichtete zudem von zwei getöteten Soldaten. Kämpfe gab es demnach am Flughafen von Donezk sowie bei den Städten Debalzewo und Slawjanoserbsk.

Die Niederlande gedachten am Montag der Opfer des Absturzes des Fluges MH17 im Juli. Die meisten Opfer kamen aus den Niederlanden. „Gemeinsam sind wir entsetzt, gemeinsam sind wir wütend, gemeinsam sind wir still“, sagte Ministerpräsident Mark Rutte am Montag in Amsterdam. Rund 1600 Hinterbliebene erinnerten an die 298 Toten. Im ganzen Land wehten die Flaggen auf halbmast. Die Maschine der Malaysia Airlines war am 17. Juli über dem Bürgerkriegsgebiet Ostukraine vermutlich von einer Rakete getroffen worden. Prorussische Separatisten und das ukrainische Militär werfen sich gegenseitig vor, das Flugzeug abgeschossen zu haben.

Der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow rief Russland und die EU eindringlich zur Versöhnung auf. „Wir dürfen nicht zulassen, dass es zu einer neuen Mauer kommt“, sagte er nach einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zu den Spannungen im Zuge der Ukraine-Krise. „Wir müssen über unseren Schatten springen und diese Risse überwinden“, sagte er in Berlin. Außenminister Frank-Walter Steinmeier warnte vor einer neuen Zuspitzung des Konflikts. „Wir müssen jetzt sehr achtgeben, dass wir nicht zurückgeraten in einen Zustand auch militärischer Auseinandersetzungen, den wir schon überwunden zu haben glaubten“, sagte der SPD-Politiker bei einem Besuch in Kasachstan. Kremlchef Wladimir Putin warf der ukrainischen Armee vor, die Absturzstelle von MH17 andauernd unter Beschuss zu nehmen. Dadurch könnten die Experten den Unglücksort nicht vollständig untersuchen, sagte er am Rande des Asien-Pazifik-Gipfels (Apec) in China.

Putin und US-Präsident Barack Obama tauschten bei einer Begegnung beim Gipfel Grußformeln aus. Ein Gespräch - etwa über den Ukraine-Konflikt - gab es aber nicht, wie Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte. Am Wochenende werden beide auch zum G20-Gipfeltreffen im australischen Brisbane erwartet. Beobachter gehen davon aus, dass internationale Staatschefs Putin wegen seiner Unterstützung für die Separatisten im Ukraine-Konflikt zur Rede stellen werden. Insgesamt starben in dem Konflikt im Osten der Ukraine bereits etwa 4000 Menschen.

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erstellt am 11.Nov.2014 | 06:40 Uhr

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