zur Navigation springen

Zwischen Lerncafé und Stechuhr : Viele Fragezeichen bei Dänemarks Schulreform

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach dem Schulbeginn in Dänemark bringt die umstrittene Schulreform unterschiedliche Erwartungshaltungen.

shz.de von
erstellt am 12.Aug.2014 | 18:06 Uhr

Sonderburg | Der Gang in die Schule war für viele Schüler und Lehrer ein Einstieg in ein neues Schuljahr mit vielen Erwartungen. Erwartungen an eine veränderte Schule. Schon im letzten Schuljahr wurden Informationen über die Veränderungen aufgrund der Schulreform von den Schulen an Schüler und Eltern weitergegeben. Doch das Erleben dieser Neuerungen ist für die Beteiligten jetzt das Spannende.

Die im Jahr 2013 beschlossene Schulreform bringt viele Veränderungen mit sich. In der Reform wurde festgelegt, dass die Schüler in der „neuen nordischen Schule“ den Tag bis in den Nachmittag hinein in der Schule verbringen. Die Zahl der Unterrichtsstunden in Mathematik und den Sprachfächern (Deutsch, Englisch und Dänisch) wurde erhöht. Damit sollen die Schüler fachlich gestärkt werden. Schüler bis zur 3. Klasse haben nun 30 Unterrichtsstunden wöchentlich, 33 Unterrichtsstunden in den Klassen 4. bis 6. und 35 Stunden in den Klassen 7. bis 9.

In den Nachmittagsstunden sind die Schüler in sogenannten „Lektiecafés“, machen dort ihre Hausaufgaben und können in den weiteren Zeiten andere Freizeitangebote wahrnehmen.

Die Umsetzung der Reform wird jeder Schule selbst überlassen. Das bedeutet für die Schulen unter anderem, dass sie Räumlichkeiten für das gemeinsame Einnehmen von Mahlzeiten finden und einrichten müssen.

Die Lehrer sollen mehr Zeit in der Schule mit den Schülern verbringen. Das wird durch feste Arbeitszeiten erreicht, wie man sie von anderen Berufszweigen kennt. Von einzelnen Schulen wird berichtet, dass sich
die Lehrer dort zu Beginn der Arbeit einstempeln und am Ende des Arbeitstages per „Stechuhr“ ausstempeln sollen.

Die deutschen Schulen in Nordschleswig gehören zu den „freien Schulen“ im Land und können deshalb die Reformvorgaben auch freier gestalten. Dazu gab es vor den Sommerferien schon Informationen aus den Lokalredaktionen des Nordschleswigers. So gibt es an einigen Schulen größere Veränderungen und an anderen nicht so große. Die kommunalen Schulen müssen sich jedoch an die neuen Vorgaben halten: Anwesenheitspflicht in den Schulzeiten von 8 bis 16 Uhr, weniger Vorbereitungszeit und weniger Kontakt mit den Eltern.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen