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Hits und Legenden : Verstorbene Musiker 2016: Ein Nachruf in Bild und Ton

vom
Aus der Onlineredaktion

In erschütternder Zahl sind in diesem Jahr große Musiker von uns gegangen. Ein Trost sind die Tausenden Lieder und Tonträger, die diese Künstler uns hinterlassen haben – und die sie ein Stück weit unsterblich machen.

shz.de von
erstellt am 27.Dez.2016 | 18:03 Uhr

David Bowie (8. Januar 1947 - 10. Januar 2016)

Foto: imago/Kraft
 

Das Jahr begann mit der Nachricht vom Tode der Jazz-Sängerin Natalie Cole am Neujahrstag. Die Tochter von Nat King Cole war bereits am Silvestertag an Herzversagen getorben. Nur zehn Tag später schockierte der Tod von Glam-Legende David Bowie („Heroes“) im Alter von 69 Jahren die Musikwelt. Das englische Rock-Chamäleon hatte fast 50 Jahre lang Platten veröffentlicht, Kunstfiguren geschaffen und war im steten Stilwechsel zu einem der einflussreichsten Künstler aufgestiegen.

 

Prince Rogers Nelson (7. Juni 1958 - 21. April 2016)

Der Sänger Prince 2010 bei einem Konzert in Belgien.

 

Foto: dpa

Am 21. April verstarb Prince („Purple Rain“) mit nur 57 Jahren und reihte sich damit tragisch in eine Reihe von unerwartet gestorbenen Ikonen der 80er Jahre ein (Michael Jackson, 2009 und Whitney Houston, 2012). Die „Los Angeles Times“ stellte einen popgeschichtlich und gesellschaftskritischen Zusammenhang nach dem Tod von Prince her: „Was David Bowie für weiße Kids war, die sich anders und unpassend in dieser Welt fühlen, war Prince für schwarze Jugendliche. Er gab jungen Afroamerikanern, die in Harlem (New York), St. Louis oder Watts (Los Angeles) aufwuchsen, sozusagen die Erlaubnis, so zu sein, wie sie sein wollten, und nicht so, wie die Gesellschaft ihnen vorgab, angeblich sein zu müssen.“

 

Leonard Cohen  (21. September 1934 - 7. November 2016)

 
  Foto: Yoan Valat

Der große kanadische Songpoet („Suzanne“, „Hallelujah“) und Schriftsteller („Beautiful Losers“) ging nicht von dieser Welt ohne ihr quasi aus dem Sterbesessel ein künstlerisches Meisterwerk dunkelster Couleur einzuspielen. Das Album „You want it darker“, das kurz vor Cohens Tod erschien, behandelt den unausweichlichen Prozess des Sterbens in einem fast schon mystischen Selbstverständnis. „I´m ready, my Lord“, bringt Cohen mit tief gebrochener aber immer noch warmer Stimme ins Mikrofon, dem Tode hält er die Arme geöffnet. Und der Chor feuert ihn mit „Hineni, Hineni!“ an, einem hebräischen Ausdruck für die höchste Bereitschaft. Monate vorher ist seine hitbesungene Muse Marianne („So long Marianne“) verstorben. Cohens Abschiedsbrief an sie bewegte nicht nur die Musikwelt.

 

Januar 2016



Michel Delpech (26. Januar 1946 - 2. Januar 2016)

Es gibt kaum Franzosen, die die populären Chansons von Delpech nicht kennen. Lieder wie „Pour un flirt“, „Wight Is Wight“ sowie „Les divorcés“ erreichten in den 70er Jahren Spitzenpositionen der Charts in Frankreich. Seine etwa 200 Chansons gehören zum nationalen Kulturschatz. Delpech bleibt in Erinnerung als „Chanteur de Charme“ (charmanter Sänger) mit der sanften Stimme, der als junger Mann mit langen Haaren und im Hippie-Stil das Publikum begeisterte und die jungen Mädchen entzückte. „Er war ein volkstümlicher Sänger, der über das normale Leben der Menschen sang“, sagte der Generaldirektor des Musiklabels Universal Music France, Pascal Nègre, im französischen Rundfunksender France Info. „Die Musik war sein Leben.“ Delpech litt mehrere Jahre lang unter Kehlkopfkrebs und mit der Angst, seine Stimme zu verlieren.

 

Achim Mentzel (15. Juli 1946 - 4. Januar 2016)

 
  Foto: Horst Ossinger

Der gebürtige Ost-Berliner starb im Alter von 69 Jahren in Cottbus. Mentzel galt als Stimmungskanone und Vollblut-Entertainer. Er spielte zu DDR-Zeiten in verschiedenen Musikgruppen überwiegend Schlager. Viele Westdeutsche hatten den schwergewichtigen Mentzel („Achims Hitparade“) erst durch den Spott von Oliver Kalkhofe kennengelernt, der den Volksmusiker auch mal „das zottelige Zonenmonster“ nannte.

 

Glenn Frey  (6. November 1948 - 18.  Januar 2016)

 
  Foto: Fredrik von Erichsen

Glenn Frey, einer der Komponisten von „Hotel California“ und „Take it Easy“ , starb an einer Lungenentzündung. Die „Eagles“, Glenns legendäre Folkrock-Band, war 1971 von Musikmanagern als Begleitband für die Country-Rock-Sängerin Linda Ronstadt gegründet worden. Mit ihrem warmen melodiösen Sound entwuchsen die dieser Aufgabe recht schnell und wurden sie zum Inbegriff des California Rock.

 

Black alias Colin Vearncombe (26. Mai 1962 - 26. Januar 2016)

Der englische Musiker Colin Vearncombe, der als Black mit „Wonderful Life“ einen Superhit der 1980er Jahre hatte, starb an den Folgen eines Autounfall. „Colin ist nach einem Verkehrsunfall vor 16 Tagen nie wieder zu Bewusstsein gekommen“, hieß es in der Nacht zum Dienstag in einem Statement auf seiner Facebook-Seite. Er sei friedlich im Kreise seiner Familie gestorben, die für ihn gesungen habe. Vearncombe hinterlässt eine Frau und drei Söhne.

 

Paul Kantner (17. März 1941 - 28. Januar 2016)

 
  Foto: Peter Foley

Eine der großen Protagonisten des Psychedelic Rock Ende der späten 1960er war Paul Kantner. Der Gitarrist und Sänger hatte Mitte der 1960er Jahre zusammen mit Musikern wie Marty Balin, Jorma Kaukonen und seiner späteren Liebe Grace Slick die legendäre Band Jefferson Airplane in San Francisco gegründet. 1969 traten die damaligen Superstars ihres Genres („Somebody to Love“, „White Rabbit“) auch auf dem legendären Woodstock-Festival auf.

 

Februar 2016

 

Maurice White (19.  Dezember 1941 - 03. Februar 2016)

 
  Foto: Peter Cunningham

Maurice White, der Gründer von Earth, Wind & Fire starb mit 74 Jahren. Im Jahr 2000 hatte der Schlagzeuger, Sänger und Songwriter öffentlich bekannt gegeben, dass er an der Parkinson-Krankheit leidet. Seine Ende der 1960er Jahre in Chicago gegründete Funk-Band war durch Hits wie „September“, „Shining Star“ und „Boogie Wonderland“ berühmt geworden. Earth, Wind & Fire lieferte eine Mischung aus Soul, Funk, R&B, Pop, Jazz und Gospelmusik. Die Musikwelt werde den siebenfachen Grammy-Preisträger sehr vermissen, schrieb der Vorsitzende der Recording Academy, Neil Portnow, in einer Mitteilung.


Kris Leonard, River Reeves, Tomas Lowe und Jack Dakin (13. Februar 2016)

Foto: imago/ZUMA Press

Die vier Mitglieder der englischen Indie-Rock-Newcomer Viola Beach und ihr Manager am Steuer starben bei einem rätselhaften Autounfall im Stockholmer Umland am 13. Februar. Ihr Wagen stürzte in den Södertälje-Kanal. Zeugen berichteten, dass die Männer mit ihrem Wagen in der Nacht eine Schranke durchbrochen hatten, als die davorliegende Brücke gerade für Schiffe geöffnet war. Nach Angaben der schwedischen Polizei fiel der Wagen dann aus mehr als 25 Metern Höhe ins Wasser.

 

März 2016

 

Joey Feek (9. September 1975 - 4. März 2016)

Foto: imago/ZUMA Press

Die amerikanische Country-Sängerin (l.) starb im Alter von 40 Jahren an Krebs. Sie war gemeinsam mit ihrem Mann Rory (r.) als Duo aufgetreten. Vor ein paar Tagen hatte ein emotionaler Blogeintrag ihres Mannes für Schlagzeilen gesorgt, in dem er beschreibt, wie sich die 40-Jährige von ihrer kleinen Tochter verabschiedet. „Ich habe Indy auf Joeys Schoß gesetzt und wir alle haben mit meiner Frau geweint, als sie ihr sagte, wie sehr ihre Mama sie liebe und dass sie über sie wachen werde“, schrieb er darin.


Keith Emerson (2. November 1944 - 10. März 2016)

 
  Foto: Frank Rumpenhorst

Die Progressive Rock Supergroup der 1970er, Emerson, Lake and Palmer (ELP), hat 2016 zwei ihrer Mitglieder verloren. Der virtuose Keyboarder Keith Emerson galt als einer der kreativsten und progressivsten Rockmusiker an den Tasten und bot den Zuschauern oftmals spektakuläre Bühnenshows. Den Durchbruch feierte ELP gleich 1970 mit dem Debüt beim Isle of Wight Festival mit einer Rockversion des weltbekannten Klavierzyklus „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgski, die es mit Kanonenschüssen beendete. Im März nahm der Südengländer sich in seiner kalifornischen Wahlheimat das Leben. Er hatte zuvor jahrelang an einer chronischen Nervenerkrankung gelitten.


Frank Sinatra junior (10. Januar 1944 - 16. März 2016)

 
  Foto: Brian Jones / Handout


Sein ganzes Leben stand Frank Sinatra Jr. im Schatten seines legendären Vaters. Auf die Bühne zog es ihn trotzdem. Der einzige Sohn des legendären US-Entertainers starb im Alter von 72 Jahren in einem Krankenhaus in Daytona im US-Bundesstaat Florida. Trotz der großen Last des berühmten Namesn baute sich der Junior eine Karriere als Sänger, Pianist, Schauspieler und Entertainer auf. Er stand auch immer wieder mit seinem Vater auf der Bühne und war einige Jahre lang dessen Orchesterleiter.



Roger Cicero (6. Juli 1970 - 24. März 2016)

 
  Foto: Jens Kalaene

Deutschlands Swing-Stimme Roger Cicero, der Mann mit dem markanten Hut, wurde nur 45 Jahre alt. Der Jazzmusiker verstarb völlig überraschend in Hamburg an einem ischämischen Schlaganfall. Er wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf begraben. Cicero hatte für Deutschland 2007 beim Eurovision Song Contest (ESC) gesungen. Die nächste Tour sollte am 7. April starten.

 

April 2016

 


Merle Haggard (6. April 1937 - 6. April 2016)

Foto: imago/ZUMA Press

Die Country- und Bluegrassfamilie der USA hat in diesem Jahr zahlreiche ihrer Spätpioniere verloren. Neben Genre-Größen wie dem „Southern Gentleman“ Sonny James und „Bluegrass Boy“ Ralph Stanley holte der Tod auch Outlaw-Legende Merle Haggard. Haggard, der mit Hits wie „Okie From Muskogee“ und „Mama Tried“ bekannt wurde, starb an seinem 79. Geburtstag in Kalifornien an einer Lungenentzündung. Seit den 1960er Jahren nahm er zahlreiche Hits auf und verkaufte Millionen Alben. Er trat oft mit anderen Country-Größen auf, darunter Willie Nelson und Kris Kristoffersen (Foto rechts). 1994 wurde Haggard in die Country Music Hall of Fame aufgenommen.



Billy Paul (1. Dezember 1934 - 24. April 2016)

Der Soul-Sänger Billy Paul gewann mit seinem Nummer-1-Hit „Me and Mrs. Jones“ 1973 einen Grammy in der Sparte „Bester männlicher R&B-Künstler“. Insgesamt spielte der Vertreter des Phillysound 23 Alben ein. Er starb zu Hause in Blackwood (New Jersey) an Krebs.



Wolfgang Rohde (9. Januar 1950 - 25. April 2016)

Foto: imago/Stefan M Prager

In Kiel geboren mischte Wolfgang Michael „Wölli“ Rohde ab 1986 als Drummer der Toten Hosen die deutsche Musikszene auf. Rohde trommelte die Punker aus Düsseldorf zu einer der erfolgreichsten deutschen Bands. 1999 kam es aufgrund anhaltender Bandscheibenprobleme zum Ausstieg Rohdes, der die „Hosen“ aber weiterhin mit Gastauftritten beehrte und an anderen musikalischen Projekten arbeitete. Im April 2016 starb „Wöl­li“ im Alter von 66 Jahren an Nierenkrebs.

 

Mai 2016

 

Peter Behrens (4. September 1947 - 11. Mai 2016)

 
  Foto: Christoph Schmidt

Auch der Taktgeber von „Da Da Da“ ist gestorben: Peter Behrens war mit der Band Trio ein Star der Neuen Deutschen Welle. Er galt als melancholischer Spaßvogel und spielte auch in einigen Filmen mit. Mit den 1980ern ging auch der Erfolg von Behrens zuneige, der Drummer lebte von Hartz IV und machte als gefallener Star mit Alkohol- und Drogenproblemen Schlagzeilen. Im traurigen Augen im Alter von 68 Jahren starb er in einem Krankenhaus in Wilhelmshaven.



Guy Clark (6. November 1941 - 17. Mai 2016)

Der 1941 im Westen von Texas geborene Musiker war für seine emotionalen Songs bekannt, die der Poesie des Alltags große Werte beimessen. Einige davon, wie „Desperados Waiting for a Train“, „Magnolia Wind“, „LA Freeway“ und „Heroes“ wurden in den USA zu Klassikern. 2014 wurde Clark noch einmal mit einem Grammy für sein letztes Album ausgezeichnet. Clark schrieb unter anderem Lieder für Johnny Cash und galt als einer der Wegbereiter der neuen Country-Welle in den 1970er Jahren. In den vergangenen Jahren hatten sich der Gesundheitszustand und die wirtschaftliche Situation des Songwriters zunehmend verschlechtert.

 

John Berry  (19. Mai 1963 - 19. Mai 2016)

John Berry, Gründungsmitglied und Namensvater der Hip-Hop-Band Beastie Boys starb im Alter von 52 Jahren. Er habe an Demenz gelitten und sei in den Morgenstunden in einem Hospiz im US-Bundesstaat Massachusetts in einem Hospiz gestorben, berichtete der „Rolling Stone“. Berry hatte die legendäre US-Band 1981 zusammen mit Mike Diamond, Adam Yauch und Kate Schellenbach in New York gegründet. Kurz nach der Veröffentlichung ihrer ersten Platte „Polly Wog Stew“ verließ der Gitarrist 1982 aber bereits die Gruppe. Die Beastie Boys feierten danach vor allem mit Songs wie „(You Gotta) Fight for Your Right (to Party!)“ und „Sabotage“ Erfolge.

 

Nick Menza (23. Juli 1964 - 21. Mai 2016)

Foto: imago/ZUMA Press
 

Der frühere Schlagzeuger der Trash-Metal-Band Megadeth (Foto), saß bei einem Auftritt seiner neuen Band OHM wie es seiner Berufung entsprach an den Drums. Plötzlich brach er während des dritten Liedes leblos zusammen. Rettungskräfte konnten den gebürtigen Münchner Nick Menza (l.) nicht wiederbeleben. Menza wurde 51 Jahre alt. Menza hatte vor allem in den 1990er Jahren mit Megadeth große Erfolge gefeiert. Danach hatte er mit zahlreichen anderen Bands gespielt. In den letzten Jahren hatte es häufiger Gerüchte gegeben, wonach es zu einer Rückkehr zu Megadeth kommen könne, doch daraus wurde nichts.

 

Juni 2016

 

Dave Swarbrick  (5. April 1941 - 3. Juni 2016)

Als Fiedler der legendären Fairport Convention wurde Dave Swarbrick einer der ganz großen seines Fachs in der britischen Folkrock-Musik. Ab 1970 war er neun Jahre lang ein festes Mitglied der Folk-Institution. 1979 kehrte er dem Kollektiv den Rücken zu, da der Rock 'n' Roll ihn recht schwerhörig gemacht hatte. Bis 2014 veröffentlichte er weiterhin regelmäßig neue Alben.

 

Christina Grimmie (12. März 1994 - 10. Juni 2016)

 
  Foto: Paul Buck

Tragisch ums Leben kam die junge US-Sängerin Christina Grimmie. Die 22-Jährige wurde bei einem bei einem Meet & Greet nach einem Konzert in Orlando, Florida von einem offenbar geistig gestörten Fan mit mehreren Schüssen niedergeschossen und starb an den Verletzungen. Bekannt war sie über die Video-Plattform YouTube geworden, auf der sie Gesangs-Videos vor allem mit Cover-Versionen aktueller Lieder veröffentlichte. Der Internet-Star nahm 2014 auch an der sechsten Staffel der amerikanischen Version von „The Voice“ teil und erreichte den dritten Platz.

 

Ralph Stanley (25. Februar 1927 - 23. Juni 2016)

 
  Foto: Michal Czerwonka

Bekannt wurde Ralph Stanley gemeinsam mit seinem Bruder im Bluegrass-Duo Stanley Brothers. Die Brüder galten als wichtigste Vertreter des Banjo-Hillbilly-Genres. Nachdem der ältere Carter schon 1966 gestorben war, trat Ralph Stanley solo auf - bis ins hohe Alter. Sein Song „O Death“ war Teil des Films „O Brother, Where Art Thou? - Eine Mississippi-Odyssee“ aus dem Jahr 2000. Zwei Jahre darauf wurde Stanley dafür mit einem Grammy geehrt

September 2016

 

Prince Buster (24. Mai 1938 - 8. September 2016)

Foto: Wikipedia CC3.0

Der in Jamaika geborene Prince Buster gilt als einer der ersten Wegbereiter der Ska-Musik. Er schrieb 600 Songs. Mit dem Lied „Al Capone“ schaffte es ein in Jamaika aufgenommener Song zum ersten Mal überhaupt in die Top-20-Charts Großbritanniens. Mit der Ska-Welle in den 1970er und 1980er Jahren wiederfuhr dem Künstler noch einmal größeres Interesse.

 

Hagen Liebing (18. Februar 1961 in Berlin - 25. September 2016)

'Zum letzten Mal Playback': Dieses Bravo-Poster entstand noch nach dem 'letzten' Live-Konzert der Ärzte in Westerland.
Foto: Bravo/Hagen Liebing

Das frühere Bassist der Ärzte und Musikredakteur beim Berliner Stadtmagazin tip starb 55-jährig in seiner Heimatstadt Berlin. Von 1986 bis zur ersten Auflösung der Band 1988 war „The Incredible Hagen“ der Mann am Bass. Der Ärzte-Schlagzeuger Bela B. alias Dirk Felsenheimer schrieb auf seiner Internetseite über Liebing: „Du warst ein unglaublich wichtiger Teil der Berliner Musikkultur und wirst es immer bleiben. Dein Tod macht mich sehr traurig. Dein Bela .... okay ... Bela fandest du blöd, also Dirk.“

Oktober 2016

 

Manfred Durban (28. September 1942 - 20. Oktober 2016)

Foto: dpa

Der Taktgeber der Flippers starb in einer Oktobernacht im Alter von 72 Jahren. „Lieber Manfred, durch die Musik der Flippers bist du unsterblich. Wir vermissen dich“, sagte sein ehemaliger Bandkollege Olaf  Malolepski in einem Statement. Durban sei friedlich eingeschlafen, verlautete aus seinem persönlichen Umfeld. Das Schlagertrio mit den Sängern Malolepski, Bernd Hengst sowie Drummer Manfred Durban hatte Ende 2010 eine Abschiedstournee gegeben und sich dann nach mehr als 40 Jahren aufgelöst. Zu den bekanntesten Hits der Band gehört der Song „Weine nicht, kleine Eva“ und „Rote Sonne von Barbados“. Das Trio verkaufte Millionen Tonträger.

 

Pete Burns (5. August 1959 - 23. Oktober 2016)

Mit „You Spin me Round“ landete Burns, der Sänger der New-Wave-Band Dead or Alive, 1984 einen Nummer Eins Hit in den britischen Charts. In Deutschland schaffte es der Song auf den zweiten Platz. Mit seiner Solokarriere dagegen war Burns der schon in der Jugend extravagant und androgyne gekleidete Engländer weniger erfolgreich. Komplikationen bei Schönheitsoperationen machten dem alternden Sänger zuletzt immer wieder zu schaffen. Dem „Guardian“ zufolge ließ sich Burns mehr als 300 Eingriffen unterziehen. Größere öffentliche Aufmerksamkeit zog er zuletzt 2006 mit seiner Teilnahme in der Reality-TV-Sendung „Celebrity Big Brother“ in Großbritannien auf sich.

November 2016

 

Leon Russell (2. April 1942 - 13. November 2016)

Foto: imago/ZUMA Press

Noch ein Abschied in Nashville: Fünf Jahrzehnte lang begeisterte Leon Russell mit von Gospel inspiriertem Rock sowie Blues und Countrymusik seine Fans. Er hatte vor vier Monaten das letzte Mal auf einer Bühne gestanden, sich dann einer schweren Herzoperation unterzogen und wollte im Januar wieder auf Tour gehen. Russell war erst 2011 in die Rock and Rock Hall of Fame und die Ruhmeshalle für Songwriter eingeführt worden. Von ihm stammen unter anderen die Hits „A Song For You“, „Delta Lady“, „Hummingbird“, „Lady Blue“ und „Tight Rope“. Er war mit etlichen seiner Kollegen auf Tour, unter ihnen Willie Nelson und Sir Elton John, und hatte unter anderen mit George Harrison und Freunden beim „Konzert für Bangladesch“ gespielt. Russels Markenzeichen waren neben der rauchigen Stimme seine flinken Finger an der Gitarre und auf dem Piano. Aber er war auch äußerlich unverkennbar durch seinen langen weißen Bart und schlohweiße Haare bis weit den Rücken hinunter. 

 

Sharon Jones (4. Mai 1956 - 18. November 2016)

 
  Foto: Georg Hochmuth

Die Soulsängerin Sharon Jones wurde nur 60 Jahre alt. Bevor ihr erst mit 40 Jahren eine Musikkarriere vergönnt war, arbeitete als Gefängnisaufseherin Wachfrau und Backgroundsängerin. Sie wusste also, wovon sie sang. Jones habe ihren heldenhaften Kampf gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs verloren, hieß es auf ihrer Internetseite im November. Bekannt wurde sie ab 2002 durch mehrere Alben mit den Dap Kings und ihre energiegeladenen Live-Auftritte. 2013 war Jones nach einer ersten Krebsdiagnose wieder auf die Bühne zurück gekehrt.  Insgesamt brachte sie sieben Alben auf den Markt mit dem unabhängigen Label Daptone Records, zuletzt eines 2015 mit dem Titel „It's a Holiday Soul Party“. Der für ihre kraftvolle und eindringliche Stimme bekannte Soul-Star war auch für Grammys nominiert. Die Karriere der Sängerin gewann erst spät an Fahrt.

Dezember 2016

 

Greg Lake (10. November 1947 - 7. Dezember 2016)

Foto: imago/United Archives International

Ein Dreivierteljahr nach dem Tod von Keyboarder Keith Emerson (r.) starb auch dessen früherer Bandkollege bei Emerson, Lake and Palmer, Greg Lake (m.). Lake wurde Ende der 1960er Jahre bekannt, als er mit Robert Fripp die Progressive-Rock-Band King Crimson gründete, deren Bassist er war. Das gemeinsame Album „In the Court of the Crimson King“ von 1969, an dem Lake auch als Songschreiber wesentlichen Anteil hatte, gilt als Meilenstein des Progressive Rock. 1970 stieg Lake aus, weil der kommerziele Erfolg zu wünschen übrig ließ. Für ELP, mit denen er mehrfach Platin einheimste, schuf er die Ballade „Lucky Man“, seinen wohl größten Hit.

 

Rick Parfitt (12. Oktober 1948 - 24. Dezember 2016)

 
  Foto: Peter Klaunzer

Der Gitarrist und Sänger von Status Quo („Rockin' All Over The World“) starb am Heiligabend im Alter von 68 Jahren in einer Klinik in Spanien an den Folgen einer Infektion. Das teilten seine Familie und der Manager der Band, Simon Porter, auf der Facebook-Seite der britischen Rocker mit. Demnach wurde Parfitt bereits am Donnerstag in die Klinik in Marbella gebracht, weil es Komplikationen nach einer Schulter-OP gegeben habe. Der Eingriff sei nach einem Sturz nötig gewesen. Parfitt strebte 2017 eine Solokarriere an und wollte eine Autobiografie schreiben.

 

George Michael (25. Juni 1963 - 25. Dezember 2016)

 
  Foto: Andy Rain

Völlig überraschend und ausgerechnet zu Weihnachten starb der Sänger des Klassikers „Last Christmas“ am Sonntag mit 53 Jahren. Stars würdigten den Briten, der mit der Band Wham! („Careless Whisper“, „Wake Me Up Before You Go-Go“) berühmt wurde und später auch als Solokünstler große Erfolge feierte, als brillanten Musiker. George Michael galt mit seinem modischen Mut und innovativen Videoclips auch als Stil-Ikone. Zu seinen größten Hits zählen Lieder wie „Freedom“, „Faith“ oder „Jesus To A Child“. In seiner fast 40-jährigen Karriere soll er mehr als 100 Millionen Alben verkauft haben.

Alphonse Mouzon (21. November 1948 - 25. Dezember 2016)

Der Fusion-Jazz-Schlagzeuger Mouzon verstarb nach einem längeren Krankenhausaufenthalt an einem seltenen Krebsleiden. Mouzon galt zeitweise als einer der weltweit bedeutendsten Drummer. Hervorgehoben wird sein Einfluss auf Robert Plant und damit auf Led Zeppelin. Mouzon spielte für große Stars wie Carlos Santana, Eric Clapton und Jeff Beck.

(mit dpa)

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