zur Navigation springen

Kriminalität : Vergewaltigung in Indien: Staatsanwalt will Todesstrafe

vom

Todesstrafe fordert der Staatsanwalt, lebenslange Haft die Verteidiger - am Freitag werden die vier volljährigen Vergewaltiger und Mörder einer indischen Studentin ihr Strafmaß hören.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2013 | 10:14 Uhr

Staatsanwalt Dayan Krishnan bezeichnete das Verbrechen am Mittwoch in Neu Delhi als «teuflisch» und «barbarisch», deswegen hätten die Täter kein Mitgefühl verdient. Die vier Männer hatten mit zwei weiteren Tätern die 23-Jährige im Dezember in einem Bus entführt, vergewaltigt und unter anderem mit einer Eisenstange so stark verletzt, dass sie zwei Wochen später daran starb.

Die Verteidiger hingegen meinten, die Herkunft der Täter aus ärmlichen Verhältnissen solle genauso wie das junge Alter mit in die Urteilsfindung einfließen. Den 19- bis 26-Jährigen solle die Chance auf Besserung gegeben werden.

Am Dienstag hatte Richter Yogesh Khanna die vier Männer bereits des Mordes, der Gruppenvergewaltigung, Entführung und zahlreicher anderer Straftaten für schuldig befunden. Doch das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, denn mindestens zwei Verteidiger haben angekündigt, Berufung einzulegen. Das Strafmaß, in diesem Fall lebenslange Haft oder die Todesstrafe, wird in Indien erst nach dem Urteil verkündet.

Der Staatsanwalt sagte, eine harte Strafe sei wichtig als Signal an die Gesellschaft. «Menschen aus allen Ecken des Landes beobachten diesen Fall, wenn sie nun eine leichte Strafe bekommen, werden sie das Vertrauen in das Justizwesen verlieren.» Derzeit fühle sich keine Frau im Land sicher, nun habe der Richter die Möglichkeit, das zu ändern.

Verteidiger Vivek Sharma wies darauf hin, dass die Todesstrafe in Indien nur in den allerseltensten Fällen verhängt werden darf. Anwalt V.K. Sharma verlangte, dass die Rolle eines jeden einzeln betrachtet wird: «Ob alle von ihnen verantwortlich waren oder manche nur zufällig anwesend waren und alles spontan passierte.»

Die vier Verurteilten standen währenddessen teilnahmslos an der Rückwand des Gerichtssaals, flankiert von Polizisten. Direkt vor ihnen saß die Familie des Opfers, die die Todesstrafe für alle Täter fordert. «Diese Menschen können nicht gebessert werden», sagte die Mutter der Studentin. «Wenn man sie gehen lässt, werden diese Verbrechen weiter geschehen.»

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen