Aufnahme diplomatischer Beziehungen : USA lockern Embargo gegen Kuba

Obama setzt seine Ankündigung in die Tat um. Reisen nach Kuba werden für US-Bürger ab sofort leichter. Auch dem Handel mit dem sozialistischen Nachbarn im Süden sind weniger Grenzen gesetzt.

shz.de von
15. Januar 2015, 16:44 Uhr

Washington | Mitte Dezember hatten Obama und sein kubanischer Amtskollege Raúl Castro angekündigt, die diplomatischen Beziehung offiziell wieder aufzunehmen. Sie leiteten damit eine historische Wende im Verhältnis beider Länder ein. In der kommenden Woche sind Verhandlungen beide Seiten über den Fortgang der politischen Annäherung geplant.

Die US-Regierung lockerte nun die gegen das sozialistische Land verhängten Reise- und Handelsbeschränkungen. Die Neuregelungen träten bereits an diesem Freitag in Kraft, teilte das Finanzministerium am Donnerstag in Washington mit.

Obama hatte die Entschärfung des 1960 verhängten Embargos Mitte Dezember verfügt. Ganz aufheben kann er es ohne Zustimmung des Kongresses aber nicht. Der Präsident kann als Chef der Exekutive lediglich die Umsetzung des Gesetzes teilweise selbst bestimmen. Dabei geht er nun rechtlich so weit, wie er kann.

So müssen etwa amerikanische Staatsbürger, die einen von zwölf Gründen für einen Besuch in Kuba anführen können, künftig keine gesonderte Erlaubnis mehr beantragen. Ihre Reisekosten sind dabei nicht mehr gesetzlich gedeckelt. Auch dürfen sie nun amerikanische Scheck- und Kreditkarten in Kuba benutzen. Auch US-Reisebüros und Fluggesellschaften brauchen keine gesonderte Genehmigung mehr.

In die USA einführen kann man als Reisender aus dem Nachbarstaat im Süden künftig Waren im Wert von 400 Dollar. Erlaubt ist dann auch der Export von Technologien zur Kommunikation nach Kuba.

Die elf Millionen Einwohner des sozialistischen Landes können dadurch vor allem auf besseren Zugang zum Internet hoffen. Baumaterial zur Modernisierung alter Gebäude darf nun ebenfalls exportiert werden.

Schon zuvor gab es Ausnahmen. 2013 ließ das Handelsministerium in Washington etwa Agrarexporte im Wert von drei Milliarden Dollar und Exporte medizinischer Produkte im Wert von fast 300 Millionen Dollar zu. Künftig sind US-Bürgern auch kleinere Investitionen in dem Land erlaubt.

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