Kein Ablehnungsgrund : Urteil: Polizei-Bewerber in Berlin dürfen sichtbare Tattoos tragen

Sichtbare Tattoos sind kein Grund, Bewerber bei der Polizei abzulehnen, heißt es in dem Urteil.
Sichtbare Tattoos sind kein Grund, Bewerber bei der Polizei abzulehnen, heißt es in dem Urteil.

Hindern großflächige Tätowierungen Polizeibeamte bei der Ausübung ihres Dienstes? Ein Gericht urteilt eindeutig.

shz.de von
26. Juli 2018, 13:22 Uhr

Berlin | Große sichtbare Tätowierungen sind einem Urteil zufolge gegenwärtig kein Hindernis bei der Bewerbung als Polizist in Berlin. Die Polizei darf Bewerber mit solchen Tattoos also nicht ablehnen, entschied das Verwaltungsgericht laut Mitteilung vom Donnerstag. Die bisherige Dienstvorschrift, die den Umgang mit Tätowierungen regelt, reiche nicht aus. Nötig sei dazu ein Gesetz. Die Polizei hatte einen 26-jährigen Bewerber wegen der Größe und Motivvielfalt der sichtbaren Tätowierungen abgelehnt.

Das Gericht argumentierte, die Entfernung eines vorhandenen Tattoos sei ein erheblicher Eingriff. Darüber müsse der Gesetzgeber, in diesem Fall das Berliner Abgeordnetenhaus, entscheiden. Bis zu einer solchen Entscheidung seien Polizeibeamte im Land Berlin aber berechtigt, jedenfalls solche Tätowierungen zu tragen, die - wie hier - nach ihrem Sinngehalt nicht gegen beamtenrechtliche Pflichten verstoßen. Verboten seien Tätowierungen, die einen strafbaren Inhalt hätten.



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