Odense : Uni Flensburg: Hilfe aus Dänemark?

Foto: Staudt
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Die heftig kritisierte Uni Flensburg erhält Rückendeckung von der Süddänischen Universität (SDU). Deren Rektor Jens Oddershede warnt davor, sie in eine Pädagogische Hochschule zurück zu verwandeln.

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18. August 2008, 06:42 Uhr

Von den aktuellen Problemen der Uni Flensburg ist die Zusammenarbeit mit der Süddänischen Universität zwar nicht unmittelbar berührt, aber "wir sind bekümmert, wenn Flensburg geschwächt werden sollte", erklärte der Rektor der Süddänischen Universität (SDU), Jens Oddershede und bot umgehend die fachliche Hilfe seiner Universität an, "falls dies helfen könnte". Der schleswig-holsteinische Universitätsrat hatte (wie berichtet) in einer Stellungnahme Mängel bei der Uni Flensburg benannt und vorgeschlagen, die Uni durch Rückstufung zu einer Pädagogischen Hochschule (PH) in den alten, vor Jahrzehnten gültigen Stand zu versetzen. "Eine PH wäre problematisch für die Zusammenarbeit mit der SDU", stellte dazu Jens Oddershede fest.
Kritik war auch von der Prüfungsagentur ZEvA (Zentrale Evaluations- und Akkreditierungsagentur) in Hannover in einem 70 Seiten starken Papier erhoben worden. Die Uni selbst hatte in einer Pressekonferenz bekannt gegeben, dass ihr wichtigstes Standbein, der Studiengang Vermittlungswissenschaften (früher: Lehramt), nicht akkreditiert, also nicht offiziell anerkannt wurde. Innerhalb von 18 Monaten muss die Uni nun die festgestellten Mängel beseitigen, sonst bleibt die Anerkennung ausgesetzt.
"Wir haben ein Saatkorn gesetzt, das jetzt wächst"
Der Universitätsrat hat auch eine verstärkte Zusammenarbeit mit Dänemark angemahnt. Vor allem sollte innerhalb eines sogenannten Exzellenzverbundes auf den skandinavischen Nachbarn gesetzt werden. Konkret wird dabei auch die Zusammenarbeit im Öresundbereich erwähnt, der auch Schweden umfasst. "Langsam", warnt Jens Oddershede. Ihm war das Gutachten bekannt und damit auch die "recht großen Pläne, die nicht nur die Zusammenarbeit mit Dänemark, sondern auch mit Hamburg umfassen", so Oddershede. "Wir haben ein Saatkorn gesetzt, das jetzt wächst", bemühte der Wissenschaftler ein Bild mit Verweis auf die gewachsene Zusammenarbeit mit der Universität in Flensburg und jetzt "systematisch" betriebene Kooperation mit der Christian-Albrechts-Universität (CAU) in Kiel. "Das ist ja keine „geschlossene Gesellschaft", da könnten mehr mitmachen, erläuterte Oddershede und verwies selbst auf die Ambitionen, die die SDU habe, auch die Fachhochschule Kiel oder Flensburg einzubeziehen. Aber "es ist die Frage, wie schnell man das mit Inhalten füllen kann. Man soll keine größeren Brocken abbeißen, als man kauen kann", warnt der Rektor. Die Kooperation mit Flensburg laufe jetzt bereits zehn bis 15 Jahre und entwickele sich dabei.
Die Zusammenarbeit mit der CAU Kiel sei gerade in den vergangenen Monaten vertieft worden. Unter anderem wird mit Hilfe eines Interreg-Antrags an einem gemeinsamen Büro gearbeitet, das die Kooperation vorantreiben soll. Der Universitätsrat habe „einige große Gedanken entwickelt“, aber „wir müssen sehen, dass wir damit Schritt halten können.“ Die Christian-Albrechts-Universität als einzige Volluniversität Schleswig-Holsteins konnte wegen der Urlaubszeit keine Stellungnahme zu den Vorschlägen des Universitätsrates abgeben und insbesondere nicht erläutern, ob eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Öresundregion, die ebenso besteht wie mit der SDU, möglicherweise zu Lasten der Kontakte nach Fünen gehen könnte. Wörtlich heißt es in der Stellungnahme des Universitätsrats im Zusammenhang mit der Bildung eines Exzellenzverbunds: "Konkret bietet es sich hier an, gemeinsam mit Hamburg mittelfristig eine Verbindung mit dem ,Öresund University Consortium’ anzustreben, das schon jetzt eine der drei stärksten Konzentrationen von Bildung und Forschung in Europa bildet".

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