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Walsterben in der Nordsee : Toter Wal in Dänemark gestrandet – wahrscheinlich ein Finnwal

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Aus der Onlineredaktion

Eine traurige Serie von toten Walen setzt sich fort: In der Jammerbucht bei Blokhus liegt ein 15 Meter langes Tier leblos am Strand.

shz.de von
erstellt am 23.Feb.2016 | 16:51 Uhr

Blokhus Strand | Im hohen Norden Jütlands ist am Dienstagmittag ein toter Wal gefunden worden. Bei dem bei Blokhus Strand an der dänischen Nordseeküste angetriebenen Tier handelt es sich wahrscheinlich um einen Finnwal.  Das jedenfalls ist die Einschätzung des Biologen und Chef des Seefahrts- und Fischereimuseums in Esbjerg, Lasse Fast. „Es besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass es ein Finnwal ist, aber das, woran man einen Finnwal eigentlich erkennt, ist, ob es Unterschiede zwischen der linken und der rechten Farbzeichnung am Kopf gibt, und das konnten wir noch nicht feststellen. Aber alles deutet auf einen Finnwal hin“.

An Europas Küsten wurden in diesem Winter auffällig viele tote Wale angespült. Ein Zusammenhang zwischen dem Ableben der toten Pottwale, die in den letzten Wochen unter anderem im Wattenmeer an Land gingen, ist in diesem Fall allerdings unwahrscheinlich.

Er selbst hat den Wal zwar noch nicht beäugt, berichtet jedoch, dass er über 15 Meter lang sein soll. Weshalb er gestorben und an den Strand getrieben ist, das soll eine Obduktion zeigen. „Wir sind voll im Gange, eine Obduktion des Wales vorzubereiten. Wir müssen herausfinden, ob etwas nicht stimmte oder was Schuld daran war, dass er an den Strand gespült wurde“, sagt Fast. Dänische Medien berichten derweil von der Theorie, der Wal sei möglicherweise mit einem Schiff zusammenprallt.

Finnwale halten sich gewöhnlich im Nordatlantik auf, kommen aber hin und wieder aber zu Besuch in Nord- und Ostsee. Nicht selten werden sie erst als als Totfunde registriert. Im Oktober 2003 und Juli 2007 wurde je ein toter Finnwal aus dem Hamburger Hafen geborgen.

Erst in der vergangenen Woche gab es eine Vorhersage vom nördlichen Kleinen Belt, dass sich ein Finnwal auf den Weg in Richtung Süden gemacht habe und womöglich die Buchten von Kolding, Apenrade, Flensburg und eventuell Eckernförde abschwimmen werde. Zuletzt war im Norden Jütland 1945 ein Finnwal angetrieben worden. Im Vejle Fjord an der Ostsee sorgte 2010 ein angetriebener Finnwal für Aufsehen. Mit 130 bis 140 Jahren Alter stellte er sich als der älteste jemals obduzierte Wal weltweit heraus. Das Tier litt aufgrund seines hohen Alters an Arthrose. Im vergangenen Sommer schwamm ein Finnwal auch in der Flensburger Förde.

Noch ist nicht gesichert, wo der Wal von Blokhus obduziert wird. Lasse Fast geht jedoch davon aus, dass dies direkt am Strand passieren wird, da der Wal zu groß für einen Transport sei.

Finnwale sind die nächsten Verwandten des Blauwals. Ihre Nahrung besteht fast ausschließlich aus Krill, der durch die Barten gesiebt wird. Als Furchenwale gehören sie zu einer anderen Familie als die Pottwale (Zahnwale).

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