Konflikt in der Ostukraine : Totale Waffenruhe: Am Montag soll das Feuer vollständig eingestellt werden

Ein Schild warnt vor Minen zwischen Regierungs- und Rebellengebiet in der Ostukraine.
Ein Schild warnt vor Minen zwischen Regierungs- und Rebellengebiet in der Ostukraine.

Die ukrainische Armee und die Separatisten haben sich auf einen Waffenstillstand geeinigt.

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28. Februar 2018, 19:50 Uhr

Kiew | In dem fast vier Jahre währenden Konflikt in der Ostukraine könnte es am kommenden Montag einen erneuten Anlauf für eine Waffenruhe geben. „Beide Seiten haben sich auf eine vollständige Feuereinstellung ab 0 Uhr Kiewer Zeit am 5. März (23 Uhr am 4. März in Deutschland) geeinigt“, sagte der Unterhändler der Luhansker Separatisten, Wladislaw Dejnego, am Mittwoch nach Medienberichten.

In der Ostukraine kämpft die ukrainische Armee gegen Separatisten, die von Russland militärisch ausgerüstet und angeleitet werden. Über die Waffenruhe hatte die Kontaktgruppe in Minsk verhandelt.

Ukrainische Vertreter bestätigten die Einigung zunächst nicht. An dem Tag könnten jedoch die Truppen beider Seiten um die Ortschaft Stanyzja Luhanska voneinander getrennt werden wie seit 2016 geplant, teilte Sprecherin Darja Olifer per Facebook mit.

Der Vermittler der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Martin Sajdik, sprach von Vorbereitungen für eine Absprache. Zuletzt hatten die Konfliktparteien über den Jahreswechsel einen Waffenstillstand vereinbart. Aber seitdem sind allein mehr als 20 ukrainische Soldaten getötet und mehr als 50 verletzt worden.

Der ukrainische Präsident fordert eine „Friedensmission“

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko forderte erneut den Einsatz von UN-Truppen in der Ostukraine. „Eine Friedensmission ist zum heutigen Tag die einzige Variante, wie man die Ermordung von Ukrainern stoppen kann“, sagte er bei einer Pressekonferenz in Kiew.

Dafür wäre aber zuerst eine tragfähige Waffenruhe an der Frontlinie nötig. „Es ist ein heißer Krieg“, betonte der 52-Jährige. Binnen 24 Stunden hätten die von Russland unterstützten Separatisten knapp 300 Geschosse auf Stellungen der Armee abgefeuert. Als Voraussetzung für den Blauhelm-Einsatz nannte er auch den „Abzug der Besatzungstruppen Russlands“. Moskau bestreitet indes den Einsatz regulärer Truppen im ukrainischen Donbass.

Der russische Präsident Wladimir Putin zeigte sich beim Besuch des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz in Moskau offen für den Vorschlag einer UN-Mission. Poroschenko kündigte bis Ende dieser Woche einen weiteren Austausch von Gefangenen an. In der ukrainischen Presse wird gemutmaßt, dass es sich um zwei in Russland inhaftierte Ukrainer handeln könnte.

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