Klage abgewiesen : Tierschützer protestieren vor Verwaltungsgericht

Rund 30 Menschen protestierten am Mittwoch vor dem Eingang des Verwaltungsgerichtes in Schleswig. Foto: Iwersen
Rund 30 Menschen protestierten am Mittwoch vor dem Eingang des Verwaltungsgerichtes in Schleswig. Foto: Iwersen

Prozess in Schleswig mit Protest: Zwei Pelztierzüchter klagten gegen die Schließung ihrer Nerzfarm - begleitet von demonstrierenden Tierschützern. Das Gericht hat die Klage abgewiesen.

shz.de von
30. August 2012, 05:10 Uhr

Schleswig | Das Verwaltungsgericht Schleswig hat am Mittwoch die Klage von Carsten und Nils S. gegen die Schließung der Tierhaltung in Schlesen (Kreis Plön) abgewiesen (Az. 1 A 31/12). Den Männern war die Erlaubnis zum Betreiben der Farm entzogen worden, da sie neue, verschärfte Anforderungen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung nach Ablauf einer fünfjährigen Frist nicht umgesetzt hatten. Laut Urteilsbegründung verstoße diese Verordnung weder gegen höherrangiges Recht, noch werde die Ermächtigungsgrundlage des Tierschutzgesetzes überschritten, teilte das Gericht mit. Die Verordnung sei auch kein faktisches Verbot der Nerztierhaltung. Unter anderem gehe es um deutlich vergrößerte Käfige mit mindestens einem Quadratmeter Platz pro Tier.
Da die nun klagenden Betreiber der Pelztierfarm diese Regelungen offenbar nicht umgesetzt hatten, verbot ihnen das zuständige Kreisveterinäramt die weitere Haltung der Tiere. Dagegen legten die Männer Beschwerde ein.
"Eigentlich gehören die Betreiber von Pelztierfarmen hinter Gitter"
Begleitet wurde der Prozess bereits ab dem frühen Morgen von Tierschutzaktivisten, die sich mit rund 30 Menschen vor dem Eingang des Verwaltungsgerichtes postierten und auf die Bedingungen in den Pelzfarmen aufmerksam machten. Neben Plakaten, Sprechchören und Transparenten gehörte dazu auch ein Käfig, in den zwei Menschen eingesperrt wurden. "Denn eigentlich gehören die Betreiber von Pelztierfarmen hinter Gitter - und nicht die unschuldigen Tiere", wie Stefan Klippstein von der Initiative "Arbeitskreis humaner Tierschutz" betont. Zudem harrte auch ein als "Sensenmann" verkleideter Aktivist vor dem Gericht aus, der nach Angaben von Klippstein symbolisch für den Tod der Tiere stehen soll.
Aktuell werden in Deutschland nach Angaben der Aktivisten noch rund 150.000 Nerze in 12 Farmen gehalten, während es im vergangenen Jahr noch rund 400.000 waren. Diesen Rückgang spricht Klippstein den verschärften Haltebedingungen zu, auf Grund derer viele Betreiber ihre Pelzfarmen aufgegeben hätten.

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