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Theater : Willy Brandt Superstar - Würdigungen zum 100. Geburtstag

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Bücher, Briefmarke, Bühnenstück: Zum 100. Geburtstag von Willy Brandt häufen sich die Würdigungen des Politikers und Friedensnobelpreisträgers. Allein 28 neue oder neu aufgelegte Bücher kommen in diesem Jahr auf den Markt, am Theater seiner Geburtsstadt Lübeck wird am Freitag ein Theaterstück über sein Leben und Wirken uraufgeführt.

shz.de von
erstellt am 05.Sep.2013 | 11:43 Uhr

«Willy Brandt war nie aus dem kollektiven Bewusstsein verschwunden. Aber die Intensität der Erinnerungskultur, die wir aktuell erleben, überrascht uns», sagt der stellvertretende Geschäftsführer der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung, Bernd Rother.

«Heute wird Brandt nicht mehr so sehr als Parteipolitiker gesehen, wie noch vor zehn oder 15 Jahren. Das erleichtert die Würdigung seiner Arbeit», so Rother.

«Willy Brandt - Die ersten 100 Jahre» heißt das Stück, das in Schlaglichtern wichtige Episoden aus dem Leben Brandts zeigt. Es gehe ihm nicht um die Glorifizierung eines großen Politikers, sagte Michael Wallner, der das Stück geschrieben hat und auch Regie führt. Er wolle vielmehr den gespaltenen Charakter des Menschen Brandt zeigen.

Brandt wurde am 18. Dezember 1913 als Herbert Frahm in Lübeck geboren. Er engagierte sich früh in der Arbeiterbewegung und schloss sich 1931 der linkssozialistischen Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands an. Nach deren Verbot durch die Nationalsozialisten ging er 1933 nach Norwegen in den Untergrund.

Nach Kriegsende kehrte er nach Deutschland zurück und begann eine politische Karriere, die mit seinem Rücktritt als Bundeskanzler 1974 im Zuge der Guillaume-Affäre zumindest vorübergehend endete. In den folgenden Jahren engagierte sich Brandt unter anderem für den Nord-Süd-Dialog. Er zeigte den Zusammenhang zwischen Aufrüstung und Armut in den unterentwickelten Ländern auf und forderte eine gerechte und nachhaltige Weltwirtschaftsordnung.

«Viele Deutsche verbinden mit Willy Brandt auch heute noch vor allem seine Entspannungspolitik in den Zeiten des Kalten Krieges», sagt Lillteicher. Symbolischer Ausdruck dieser Politik war der Kniefall von Warschau vor dem Ehrenmal für die Helden des Ghettos im Dezember 1970. Für seine Ostpolitik erhielt Brandt 1971 den Friedensnobelpreis.

In Lübeck wurde bereits im Juni eine Gedenktafel am Geburtshaus Willy Brandts enthüllt. Am 29. Oktober sollen in der Stadt eine Sonderbriefmarke und ein Sonderstempel mit dem Kniefall von Warschau als Motiv präsentiert werden. Außerdem gibt es Lesungen, Vorträge und eine Ausstellung mit Willy-Brandt-Fotografien.

Theater Lübeck

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