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Tanz : Überraschungen und Mut: Tanz-Festival gestartet

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Im gleißenden Licht wird die Bühne abgeklebt, dann steht die Dirigentin ganz alleine da. So beginnt «Chorus», das Auftakt-Stück des Festivals Tanztheater International 2013, das am Donnerstagabend in Hannover eröffnet worden ist.

shz.de von
erstellt am 30.Aug.2013 | 11:47 Uhr

Für die Zuschauer in der ausverkauften Orangerie Herrenhausen dürfte der Start überraschend gewesen sein, denn getanzt wurde nicht. Der Franzose Mickaël Phelippeau stellte das Chorsingen als Form sozialer Interaktion in den Mittelpunkt seiner Choreographie. Dabei stimmte das 21-köpfige A-cappella-Ensemble immer wieder eine Bach-Kantate an - mal schnell, mal stumm, dann traurig oder benommen. «Ich habe das als großen, lebendigen, pulsierenden Körper wahrgenommen», sagte Festivalleiterin Christiane Winter.

Bis zum 7. September zeigt die 28. Auflage des Festivals insgesamt elf Produktionen internationaler Künstler, darunter drei Uraufführungen und fünf deutsche Erstaufführungen. Winter hat sich für Stücke entschieden, die Stile des urbanen Tanzes aufgreifen und das soziale Miteinander sowie kulturelle Identitäten thematisieren.

Mit seiner Choreographie «Sfumato» will Rachid Ouramdane das Thema Klimaflüchtlinge auf die Bühne bringen. «Er erzählt sehr poetisch, wie es sein kann, wenn Dörfer überschwemmt werden oder Taifune über die USA rasen», berichtet Winter. Aggressiv getanzt wird in der Inszenierung von Cie Heddy Maalem: Krump heißt der Tanzstil, den Jugendliche in den Armenvierteln von Los Angeles entwickelt haben.

«Mich interessiert nicht nur der reine, schöne, ästhetische Tanz», betont Winter, die seit Bestehen des Festivals dabei ist. Was die Programmauswahl betrifft, sei sie im Laufe der Jahre mutiger geworden. «Ich möchte die vielen Facetten berücksichtigen, die zeitgenössischer Tanz mit sich bringt.»

Programm Tanztheater

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